Kühne, Benko und der Senat: Der Poker um den Elbtower

Der Elbtower, am oberen Bildrand der Milliardär Klaus-Michael Kühne
Der Milliardär Klaus-Michael Kühne soll eine Übernahme des Hochhausprojekts Elbtower prüfen.

Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Nachdem eine weitere Tochter der Signa-Gruppe gerade Insolvenz angemeldet hat, gibt es heiße Diskussionen darüber, wie es mit dem Elbtower weitergeht. Nun bestätigt der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne, dass er nach Lösungen sucht. Wie das Pokerspiel nun weitergeht.

Rettet der Logistik-Milliardär Kühne jetzt den Elbtower? „Die Kühne Holding evaluiert derzeit Möglichkeiten, wie sie zu einer Lösung des Elbtower-Problems beitragen kann“, sagte eine Sprecherin der Kühne Holding AG am Montag. Allerdings gebe es derzeit keine Gespräche mit der Stadt Hamburg, so die Sprecherin, „und keine aktuellen Verhandlungen“. Zu Details äußerte sie sich nicht.

Kühne: Keine Gespräche mit der Stadt – und keine aktuellen Verhandlungen

Die Bauarbeiten an dem rund 950 Millionen Euro teuren Mega-Hochhaus stehen seit einem Monat still, weil die wankende Signa-Gruppe nicht wie vereinbart gezahlt hat. Dass die deutsche Tochter Signa Real Estate Management Germany GmbH nun Insolvenz angemeldet hat, hat die Sorgen noch verstärkt. Denn noch ist nicht abzusehen, welche Folgen die Pleite auf weitere Teile der Signa-Gruppe hat. Darunter ist auch die Elbtower GmbH & Co. KG, der Elbtower und Grundstück gehören. Eine MOPO-Anfrage zu den Auswirkungen auf den Elbtower blieb bislang unbeantwortet.

Warum der Elbtower für Kühne wichtig ist

Kühne jedenfalls scheint die Notwendigkeit zu sehen, einzuschreiten. Schon vor einem Monat hatte es diesbezüglich erste Gerüchte gegeben, die die Kühne Holding aber dementierte. „Die Kühne Holding ist von einem Elbtower-Engagement weit entfernt”, hieß es damals. Nur ein taktischer Schachzug? Kühne ist ebenso wie die Commerzbank-Tochter Commerz Real bereits am Elbtower beteiligt und dürfte versuchen, sein Investment zu retten – und den Elbtower einzeln oder in einem neuen gemeinsamen Konsortium mit anderen Investoren aus dem bröckelnden Benko-Konglomerat zu lösen.

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Ein Experte der Branche nennt nun zwei realistische Optionen, wie er der MOPO erklärte: Die Signa-Gruppe bricht zusammen und auch die Elbtower GmbH muss Pleite anmelden und wird über einen Insolvenzverwalter verkauft – beispielsweise an die Kühne Holding, die den Elbtower dann fertig bauen könnte. Oder Kühne und andere Investoren versuchen einzeln oder gemeinsam die Elbtower GmbH schon vorher zu übernehmen, müssen sich dafür aber mit Signa einigen. Eine gemeinsame Fertigstellung des Wolkenkratzers mit Signa hält der Experte angesichts des bröckelnden Signa-Firmengeflechts für unwahrscheinlich.

Elbtower-Zukunft: Das sagt die Stadt

Unter den Beteiligten herrsche große Hektik, sagt er zur MOPO, seiner Einschätzung nach wüssten sie selbst noch nicht, wie es ausgeht. Denn bei Signa überschlagen sich die Ereignisse: Ende Oktober meldete die Sportshandelsparte von Signa Insolvenz an, Anfang November zog sich der österreichische Milliardär René Benko nach Druck von Mitgesellschaftern aus dem operativen Geschäft zurück. Ein Sanierer soll die Holding retten.

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Doch nun die Pleite der Signa Real Estate Management Deutschland – es wird mit Spannung erwartet, ob und wie es mit der Signa-Gruppe weitergeht. Es wird über weitere anstehende Insolvenzen gemunkelt.

Und was sagt die Stadt? Die hält sich zurück. Wenn sie Gerüchte um eine Insolvenz der Elbtower-GmbH verstärken würde, könnte das im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen haben. Man beteiligt sich nicht an Spekulationen, heißt es so auch von der Stadtentwicklungsbehörde. Unmittelbare Auswirkungen auf das Vertragsverhältnis mit der Elbtower GmbH habe die jetzige Insolvenz der Signa-Tochter nicht, so ein Sprecher. „Dennoch beobachten wir die Situation sehr aufmerksam, so dass die Stadt Hamburg gegebenenfalls weitere Schritte einleiten kann.” Laut Bausenatorin Karen Pein (SPD) könnte die Stadt das Grundstück bei einer Insolvenz zurückkaufen.