Krieg in Nahost: Das kosten Diesel und Benzin aktuell in Hamburg
Weit weg und doch ganz nah. Menschen machen sich Sorgen um ihre Familien, Reisende sitzen im Kriegsgebiet fest und im Minutentakt kommen neue Nachrichten über die Lage in Nahost aufs Smartphone. An den Hamburger Tanksäulen macht sich der Krieg, der nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran tobt, ebenfalls bemerkbar.
Wie auch bei der Eskalation im Juni 2025 stiegen die Ölpreise nach Kriegsbeginn deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um über 10 Prozent und kostete mit 82,37 Dollar so viel wie seit Juli 2024 nicht mehr.
Tanken in Hamburg: Fast zwei Euro für einen Liter Benzin?
Zum Jahresende 2025 lag der Preis für einen Liter Super im bundesweiten Schnitt noch bei 1,70 Euro. Am Sonntag stieg der Preis in Hamburg laut einer SWR-Analyse auf 1,84 Euro. Auch E10 ist teurer geworden und im selben Zeitraum von 1,64 Euro auf 1,78 Euro gestiegen. Die Preise für Diesel liegen durchschnittlich in Hamburg aktuell bei 1,82 Euro (Stand 2. März, 12.30 Uhr). So verzeichnet es die Webseite clever-tanken.de.
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Dabei reichen die Preise an Hamburger Tankstellen bei Diesel von 1,75 Euro (HEM-Tankstelle, Luruper Hauptstraße) bis 1,92 Euro (Shell-Tankstelle, Paul-Sorge-Straße). Oder bei E5 von 1,82 Euro (Hoyer-Tankstelle, Spaldingstraße) bis 1,99 Euro (Shell-Tankstelle, Paul-Sorge-Straße). Vorher Preise zu vergleichen, lohnt sich daher trotz des durchschnittlichen Anstiegs dennoch.
Krieg in Nahost: Schiffsverkehr auf Straße von Hormus eingeschränkt
Doch wieso bemerken wir in Hamburg den Krieg gerade an der Tankstelle? Der Iran verfügt über einige der größten Öl- und Gasreserven der Welt. Über die Straße von Hormus fahren täglich rund ein Fünftel der globalen Ölexporte. Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran hat das Land den Schiffsverkehr an der Meerenge eingeschränkt. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.

Marktbeobachter sehen das Risiko weiterer Preisanstiege und halten Dimensionen wie beim Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 für möglich, falls der Konflikt länger andauert und weiter eskaliert.
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, sagte Krämer.
Preise für Erdgas gestiegen
Auch der Großhandelspreis für Erdgas ist seit dem Wochenende angestiegen. Zum Handelsauftakt am Montag sprang die Notierung für den richtungsweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 39,85 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 25 Prozent mehr als am Freitag und der stärkste Preissprung seit August 2023.
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Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs schließen einen weiteren Anstieg des Gaspreises nicht aus. Sollte der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus für einen Monat eingestellt werden, könnte sich der europäische Gaspreis nach Einschätzung von Goldman Sachs mehr als verdoppeln. (esk/dpa)
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