Hamburg

Krankschreibung ab dem ersten Tag: Deutliche Kritik von Hamburgs Ärzten

Hand hält ausgefüllte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, dahinter unscharf Medikamente auf einem Tisch.
Union und SPD wollen die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon vom ersten Krankheitstag an einführen. (Symbolbild)

Die Koalition will Krankschreibungen erschweren – eine „nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung“, heißt es von der Hamburger Hausärzteschaft.

Die schwarz-rote Koalition will erreichen, dass Krankheitstage abnehmen. Künftig soll ein Nachweis früher als bislang erbracht werden. Das sorgt für Kritik unter Hamburger Ärzten.

Die Hamburger Hausärzteschaft hat Kritik an den Plänen der Koalition geäußert, Krankschreibungen strenger zu regeln und zu erschweren. Die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Hamburgs, Jana Husemann, sagte nun: „Ich halte das für eine nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung.“

Krankschreibungs-Pläne: Kritik von der Hamburger Hausärzteschaft

Eingeführt werden soll die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon vom ersten Tag an, wie Union und SPD ankündigten. Vorgeschrieben ist bisher eine Bescheinigung vom vierten Tag an, wobei Arbeitgeber schon früher einen Nachweis verlangen können. 

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In anderen Ländern müssten Bürger nach fünf bis sieben Tagen eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, sagte Husemann. Deutschland gehe einen umgekehrten Weg. Im Praxisalltag müsse sie kranke Patienten eher drängen, zu Hause zu bleiben. „Ein Missbrauch ist die Ausnahme.“

Abgeschafft werden soll nach Beschluss der Koalition auch die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung. Husemann kritisierte das ebenfalls. Die Hausärzte kennen Husemann zufolge die Patienten und können einschätzen, ob ein Besuch in einer Praxis notwendig ist. (dpa/mp)

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