Gesundheitskarte einer Krankenkasse neben einer Geldbörse

Gesundheitskarte einer Krankenkasse (Symbolbild). Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge: Lohnt sich jetzt ein Wechsel?

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Das Bundesgesundheitsministerium hat im November den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bei Krankenkassen auf 2,9 Prozent festgelegt – im Januar hatte er noch bei 2,5 Prozent gelegen. Doch es zeigt sich: Bei den Krankenkassen gibt es einen großen Spielraum, was die Zusatzbeiträge angeht. Während einige die Beiträge deutlich erhöhen, bleiben andere stabil. Für viele Versicherte stellt sich deshalb die Frage: Lohnt es sich jetzt, die Krankenkasse zu wechseln?

DAK-Vorstandschef Andreas Storm sagte zuletzt: „Das kleine Sparpaket der Bundesregierung reicht nicht aus, um das Versprechen stabiler Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung halten zu können.“ Für mehr als 39 Millionen Versicherte werde der Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel angehoben, so Storm.

Jede Krankenkasse setzt ihre Zusatzleistungen selbst

Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen liegt einheitlich bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Den Zusatzbeitrag legen die Kassen hingegen selbst fest. Der vom Bundesgesundheitsministerium genannte Durchschnittswert ist daher lediglich eine rechnerische Größe. Entsprechend unterscheiden sich die Krankenkassen teils deutlich bei ihren Zusatzbeiträgen.

Zum Jahreswechsel ändern viele Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge. So erhöht die Techniker Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag bundesweit auf 2,69 Prozent, die AOK Rheinland/Hamburg auf 3,29 Prozent, die DAK-Gesundheit auf 3,2 Prozent und die R+V Betriebskrankenkasse auf 3,49 Prozent. Die Liste der Beitragserhöhungen ist lang.

Andere Krankenkassen halten ihre Zusatzbeiträge konstant – etwa die Barmer mit bundesweit 3,29 Prozent, die Debeka BKK mit 3,25 Prozent oder die regional tätige AOK Plus mit 3,1 Prozent.

Lohnt es sich, seine Krankenkasse zu wechseln?

Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass sich ein Wechsel der Krankenkasse lohnen kann – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Erhöhungen fallen je nach Kasse unterschiedlich aus, entsprechend variieren auch die finanziellen Auswirkungen für Versicherte. „Je nach Anstieg des Zusatzbeitrags und Höhe des individuellen Bruttoeinkommens kann die Kostenersparnis pro Jahr bis in den dreistelligen Bereich gehen“, heißt es.

Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag nur um wenige Promillepunkte, rät die Verbraucherzentrale Hamburg in der Regel von einem Wechsel ab – es sei denn, das Bruttoeinkommen ist vergleichsweise hoch, etwa bei Selbstständigen. Anders sieht es aus, wenn Versicherte von einer Kasse mit besonders hohem Zusatzbeitrag zu einer mit niedrigem Beitrag wechseln. Zwischen den teuersten und günstigsten Anbietern liegt derzeit eine Differenz von rund 2,5 Prozent. Je nach Einkommen können Arbeitnehmer:innen so jährlich mehrere Hundert Euro sparen – Selbstständige sogar noch mehr.

Krankenkasse wechseln: War noch nie so einfach!

Ein Krankenkassenwechsel ist heute unkompliziert: Versicherte müssen lediglich eine neue Kasse auswählen und dort beitreten – meist online. Die neue Krankenkasse übernimmt die Kündigung bei der bisherigen und regelt alle weiteren Formalitäten. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte: Welche Zusatzleistungen werden angeboten? Gibt es Zuschüsse etwa für Osteopathie, professionelle Zahnreinigung oder Reiseimpfungen?

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Zudem weist die Verbraucherzentrale Hamburg darauf hin, dass bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags für alle Versicherten ein Sonderkündigungsrecht gilt. In diesem Fall entfallen die üblichen Bindungsfristen.

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