Kommt mein Paket pünktlich bis Weihnachten?
Alle Jahre wieder kommt der Paketzusteller – doch im Gegensatz zum Weihnachtsmann hat er keine kleinen Helfer. Eine Statistik der Krankenkasse Barmer zeigt, dass Paketzusteller doppelt so häufig krank sind wie der Durchschnitt. Besonders Rückenbeschwerden belasten die Logistikmitarbeiter. Doch werden die Pakete trotzdem rechtzeitig bis Weihnachten zugestellt?
Hamburgs Zusteller und Lagerkräfte sind besonders häufig krank: Nach der „Black Week“ beginnt die Geschenkestress-Saison, die jedes Jahr neue Rekordumsätze im Online-Versandhandel bringt. Auch die Krankentage in der Logistikbranche steigen deutlich: Zwischen 2020 und 2024 legten sie um 22,4 Prozent zu, so Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Hamburg. Beschäftigte dieser Berufsgruppe fehlen im Schnitt 32,3 Tage pro Jahr krankheitsbedingt.
Schweres Heben und hoher Stress im Straßenverkehr
Der „ständige Zeitdruck, hoher Stress im Straßenverkehr, das Heben schwerer Lasten und das häufige Ein- und Aussteigen aus den Fahrzeugen stellen erhebliche gesundheitliche Belastungen für Zustellerinnen und Zusteller dar. Unsere Daten zeigen, dass täglich im Durchschnitt rund 90 von 1000 Beschäftigten in dieser beanspruchten Berufsgruppe krankheitsbedingt ausfallen“, sagt Klein.
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Dem Berufsatlas des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) zufolge sind Rückenleiden die häufigste Ursache für längere Fehlzeiten in der Logistikbranche. Im Schnitt entfallen 7,7 Krankentage pro Jahr auf Rückenprobleme – fast ein Viertel aller Krankentage dieser Berufsgruppe.
Wird das Auswirkungen auf Zustell-Termine haben?
Wie jedes Jahr geben die Zustelldienste auf ihren Webseiten an, bis wann Bestellungen aufgegeben werden müssen, damit sie noch rechtzeitig bis Heiligabend zugestellt werden. DHL nennt den 20. Dezember als spätesten Abgabetermin und gibt zusätzlich Tipps zum Versand und Empfang, um die Abläufe für Zusteller und Empfänger möglichst reibungslos zu gestalten. Bei Hermes und UPS müssen die Pakete hingegen spätestens am 19. bzw. 18. Dezember abgegeben werden.
In der besonders arbeitsintensiven Abschlussphase des Jahres treffen die Unternehmen verschiedene Vorkehrungen, um die Liefertermine einzuhalten. DHL setzt beispielsweise rund 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte und etwa 11.000 Extra-Fahrzeuge ein, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.
Bereits mit einfachen Maßnahmen können auch Kund:innen die Beschäftigten entlasten. Dazu gehört etwa das Bündeln mehrerer Artikel in einer Bestellung, erklärt Susanne Klein. Auch kleine Hilfen, wie ein paar Schritte auf den Zusteller zuzugehen, können in stressigen Phasen hilfreich sein.
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