Die Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (JVA), auch „Santa Fu“ genannt.

Die Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (JVA), auch „Santa Fu“ genannt. Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Gefängnisse platzen aus allen Nähten – Senatorin hat einen Plan

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Hamburgs Gefängnisse am Limit: Seit Monaten liegt die Auslastung der sechs Haftanstalten bei 96 und 97 Prozent – vier sind sogar überbelegt. Am dramatischsten ist die Lage im Männerbereich der Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis: Dort sind statt 462 Häftlingen 510 untergebracht.

In der Untersuchungshaftanstalt und in der Justizvollzugsanstalt Glasmoor kommt es aktuell sogar zu Doppelbelegungen – obwohl diese in Hafträumen aus Sicherheitsgründen vermieden werden sollen. Nur die Jugendanstalt Hahnöfersand verfügt noch über ausreichend freie Plätze. Bei den Mitarbeitern der Haftanstalten häufen sich Krankheitsfälle – das belastet das System zusätzlich. Das „Abendblatt“ berichtete zuerst.

Hamburger Gefängnisse zum Teil überbelegt

Die Justizbehörde von Senatorin Anna Gallina (Grüne) steht unter Handlungsdruck. Ihr Plan: Hamburger Häftlinge nach Mecklenburg-Vorpommern verlegen. Ob ein Abkommen zustande kommt, ist noch offen. Zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es bereits einen Staatsvertrag zur Übernahme von Gefangenen in der Sicherungsverwahrung – der sieht jedoch nur elf Plätze vor.

Der Versuch, durch den Verzicht auf die Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen in den Gefängnissen Platz zu schaffen, führte nur zur kurzfristigen Entlastung: Seit November 2024 mussten 517 Verurteilte ihre Haftstrafe nicht antreten. Doch seit Juni dieses Jahres sitzen wieder erste Betroffene ihre Ersatzfreiheitsstrafe ab.

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Der CDU-Justizpolitiker Richard Seelmaecker spricht angesichts steigender Gefangenenzahlen von einem „Flaschenhals“ im Vollzug. Im neuen Jahr schließt die Jugendhaftanstalt Hahnöfersand. Dafür entsteht in Billwerder eine neue Jugendanstalt mit mehr als 230 Plätzen – die Eröffnung ist für Anfang 2026 geplant. (mp)

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