Klimaentscheid: Bekommt Hamburg ein Fahrverbot für Benziner und Diesel?

Dieselfahrverbote gab es in Hamburg schon mal – wurde aber wieder abgeschafft. Durch den Zukunftsentscheid stehen Fahrverbote wieder zur Debatte. (Archivbild)
Dieselfahrverbote gab es in Hamburg schon mal – wurden aber wieder abgeschafft. Durch den Zukunftsentscheid stehen Fahrverbote wieder zur Debatte. (Archivbild)

Die Hamburger haben abgestimmt: Schon im Jahr 2040 soll die Stadt klimaneutral sein. Praktisch heißt das, dass herkömmliche Diesel- und Benzinautos bis dahin wohl von Hamburgs Straßen verschwinden müssen. Ist also ein Verbot absehbar? Wer sich in nächster Zeit ein neues Auto kaufen will, für den hat der ADAC bei der Frage des Antriebs jetzt jedenfalls eine klare Empfehlung.

In Sachen Verkehr steht einiges im Umbruch: Während Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das geplante EU-Verbot von Diesel- und Benzin-Neuwagen ab 2035 wieder infrage stellt, zwingt der erfolgreiche Volksentscheid in Hamburg den Senat, beim Klimaschutz Tempo zu machen.

Hamburg: Das sagt Bürgermeister Tschentscher zum Verbrenner-Verbot

Klimaneutralität mit herkömmlichen Verbrennern? Schwierig. Fossile Brennstoffe müssen verschwinden – eine gewaltige Umstellung für Hamburg, wo noch fast 85 Prozent der Pkw herkömmliche Diesel- oder Benzinmotoren haben. Laut ADAC Hansa fahren Hamburger ihre Autos im Schnitt etwas länger als neun Jahre.

Das könnte Sie auch interessieren: Arm gegen Reich? Radler gegen Autofahrer? Wer beim Klimaentscheid wie abgestimmt hat

Zunächst sollen sanfte Maßnahmen den freiwilligen Umstieg auf E-Autos oder den Verzicht auf das Auto insgesamt fördern: Ausbau der E-Ladestruktur, mehr Radwege, ein schneller und zuverlässiger ÖPNV – diese Maßnahmen sind bereits im alten Klimaplan für 2045 festgelegt und in Arbeit.

Aber reicht das aus – oder braucht es ein hartes Verbrenner-Verbot? Die MOPO fragte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), doch er will sich nicht festlegen. Falls es 2040 genügend E-Fuels gibt, müssten Verbrenner nicht zwingend verboten werden. Auch die CCS-Technologie, die CO₂ unterirdisch speichert, könnte einen Durchbruch bringen. Klimaneutralität bedeutet schließlich nur, dass nicht mehr CO₂ ausgestoßen wird, als aufgenommen wird.

Zukunftsentscheid: So beeinflusst er den Autokauf

Wahrscheinlich ist das jedoch nicht: E-Fuels müssten in ausreichenden Mengen verfügbar sein – wirtschaftlich rentabel wäre das wohl nur bei einem deutschlandweiten Markt. Und dann ist die Produktion von E-Fuels sehr energieaufwendig. Konkurrenzfähig dürften diese gegenüber einem Elektromotor niemals werden.

Wissenschaftler, die für die Umweltbehörde die Machbarkeit des Hamburger Klimaziels 2040 geprüft haben, setzen daher auf eine Technik für den Erfolg: die komplette Elektrifizierung des Verkehrs. Tschentscher selbst schließt ein Verbrenner-Verbot nicht aus – der Senat ist durch das neue Klimaschutzgesetz verpflichtet, alle nötigen Maßnahmen umzusetzen, die in seiner Macht stehen. Dazu könnten auch Umweltzonen mit Fahrverboten gehören.

Das könnte Sie auch interessieren: Zukunftsentscheid: Und plötzlich wird der Bürgermeister leidenschaftlich

Und was heißt das für Hamburger? Bis 2030 seien keine harten Einschnitte zu erwarten, so der Sprecher von ADAC Hansa zur MOPO. Das hatte der Senat beteuert. Wer sich aber in den kommenden fünf bis sechs Jahren ohnehin ein neues Auto kaufen will, sollte auf ein E-Auto setzen – um sicher mobil zu bleiben. Gleichzeitig müsse die Stadt die E-Ladeinfrastruktur dringend und deutlich ausbauen.