Kleingärten plattgemacht: Was jetzt auf dieser riesigen Fläche in Hamburg entsteht

Räumung der Kleingarten-Parzellen und Abriss der Lauben am Curlacker Neuer Deich für den Körber-Neubau in Bergedorf
Kleingärten adé: Hier entsteht an der A25-Abfahrt Bergedorf der Körber-Neubau.

Für mehr als 200 Millionen Euro baut Körber Technologies (Ex-Hauni) eine hochdigitalisierte Fabrik plus Büros für seine mehr als 2000 Mitarbeiter. Aber dafür müssen erst einmal fast 100 Schrebergärten abgerissen, bergeweise Sand geliefert und dann Pfähle in den Marschboden gerammt werden. So gehen die Arbeiten voran.

Die Fläche des zukünftigen Innovationsparks Bergedorf ist riesig. Zu sehen ist sie am besten aus dem Auto auf der Autobahn 25 zwischen den Abfahrten Bergedorf und Curslack. An der Abfahrt Bergedorf sind mittlerweile nur noch die letzten Ruinen der mehr als 90 Schrebergarten-Häuschen zu erkennen, wo einmal hochmoderne Maschinen gebaut werden. Von Gärten und Bäumen ist nichts geblieben. Im hinteren Bereich des Geländes stehen Bagger und Ramm-Maschinen.

Ab 2027 soll auf dem hinteren Geländeteil der Körber-Neubau bezogen werden. Für 200 Millionen Euro baut Körber Technologies dort einen Standort für Verwaltung, Entwicklung, Produktion und Logistik nach neuesten Standards. Dann werden dort die Standorte Bergedorf (Kurt-A.-Körber-Chaussee) und Schwarzenbek zusammengelegt. Später sollen sich auf dem Gelände des Bergedorfer Innovationsparks noch weitere Unternehmen ansiedeln.

Körber baut in Bergedorf neue Fabrik

Um auf den nassen Elbmarschböden überhaupt Gebäude errichten zu können, mussten jetzt große Mengen Sand aufgebracht werden, um das Wasser aus dem Erdreich zu drücken und eine bebaubare Fläche zu erzeugen. Insgesamt lieferten zuletzt Lkw über den Curslacker Neuer Deich täglich 170 Ladungen Sand an, insgesamt wurden 150.000 Kubikmeter benötigt. Parallel dazu werden für die Gründung mehr als 2500 Pfähle in den Baugrund gebohrt, die später die Bodenplatte tragen werden. Jeder Pfahl ist etwa 15 Meter lang und hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern.

Der Hauni-Standort an der Kurt-A-Körber-Chaussee in Bergedorf
Der Hauni-Standort an der Kurt-A-Körber-Chaussee in Bergedorf.

Mit dem Bau des eigentlichen Gebäudes – es wird 50.000 Quadratmeter Fläche haben – soll dann nach Erteilung der Hochbaugenehmigung im zweiten Quartal des Jahres begonnen werden. Wenn 2027 alles umgezogen ist, kann die bisherige Hauni-Fläche an der Kurt-A.-Körber-Chaussee, etwa drei Kilometer vom neuen Standort entfernt, vom Bezirk Bergedorf für Wohnen und Gewerbe neu überplant werden. Das Gebiet gehört allerdings dem Unternehmen, Körber hat also ein gehöriges Wörtchen mitzureden, was dort entsteht.

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Für das Hamburger Unternehmen Körber Technologies arbeiten an weltweit 100 Standorten rund 13.000 Menschen. Der Konzern erzielt einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro. Gegründet wurde die Firma 1946 von Kurt A. Körber in Bergedorf und stellte unter dem Namen Hauni („Hanseatische Universelle“, bis 2022) vor allem Maschinen für die Zigaretten-Herstellung her. Zunehmend werden andere Geschäftsfelder entwickelt, so die Herstellung von Papiertrinkhalmen und Heat Sticks für E-Zigaretten. Und neuerdings auch Maschinen für die Herstellung von Hanf-Zigaretten.