Kino, Streetfood und ganz viel Shopping: Erster Blick ins neue Mega-Einkaufszentrum

Im neuen Einkaufscenter gibt es verschiedene Restaurants und ein Kino gleich unter einem Dach.
Im neuen Einkaufscenter gibt es verschiedene Restaurants und ein Kino gleich unter einem Dach.

Dieses Mal soll es aber wirklich klappen: Nachdem der Eröffnungstermin für das XXL-Einkaufsviertel Westfield dreimal verschoben werden musste, sollen sich in wenigen Wochen endlich die Pforten des südlichen Überseequartiers öffnen. Es ist ein Projekt der Superlative, in bester Lage an der Elbe mit eigenem U-Bahn-Anschluss, Kreuzfahrtterminal und dem größten Kino Hamburgs. Die MOPO durfte schon einmal vorab reinschauen.

Noch immer wird die 419.000 Quadratmeter große Fläche in der HafenCity statt von Besuchern von tausenden Bauarbeitern bevölkert, die an jeder Ecke noch werkeln, klopfen, Mittagspause machen oder entstauben. Ab dem 8. April soll das der Vergangenheit angehören.

Westfield in der HafenCity soll am 8. April eröffnen

„Die Flächen für Gastronomie, Einzelhandel, Unterhaltung und Kultur sind zu 94 Prozent vermietet“, sagt Theda Mustroph, die die Journalist:innen am Dienstag durch den künftigen Shopping-Tempel führt. Mit dabei: Ein Fotograf der Marketing-Agentur. Für die eigenen Fotograf:innen der Medien habe es in der begrenzten Gruppe aufgrund der Baustellen-Richtlinien keinen Platz mehr gegeben, lautet die Begründung. Handyfotos sind ebenfalls tabu.

Zukünftige Quartiersmanagerin Theda Mustroph von Unibail-Rodamco-Westfield führte durch die Baustelle.
Zukünftige Quartiersmanagerin Theda Mustroph von Unibail-Rodamco-Westfield führte durch die Baustelle.

Insgesamt wird es in dem Quartier 170 Geschäfte geben: Von Sportbekleidung, Büchern, Lego, Süßigkeiten, Supermarkt, Mode, Innendekoration und Beauty reicht die Auswahl. Während allerdings in einigen Geschäften bereits die Ware eingeräumt und die Deckenbeleuchtung abgestaubt wird, kleben vor anderen Schaufenstern noch Planen. „Einige wenige Mieter werden noch nicht am 8. April eröffnen, weil die Verträge erst vor kurzem unterschrieben wurden“, sagt Mustroph. Sie arbeitet beim Bauherrn Unibail-Rodamco-Westfield (URW) und wird nach der Eröffnung als Quartiersmanagerin tätig sein.

Besonders stolz ist Mustroph auf die Kombination aus Streetfood und Kino in der Mitte des Shopping-Tempels. Mit einer Rolltreppe geht es hoch in die erste Etage, wo verschiedene Restaurants im Kreis angeordnet sind. In der Mitte des Raumes gibt es eine Bar – ein wenig erinnert die Aufmachung an das „Le Big Tam Tam“ im Hanseviertel.

Der Übersseeplatz mit Eingang zum Westfield Center wird immer noch von Bauarbeitern bevölkert.
Der Übersseeplatz mit Eingang zum Westfield Center wird immer noch von Bauarbeitern bevölkert.

Von dort aus geht es noch eine Etage höher in das künftige Kino des Quartiers. Die Kette Kinopolis eröffnet hier ihren ersten Standort in Hamburg.

„Nicht anhand der Plätze, aber anhand der zehn Säle sind wir dann das größte Kino der Hansestadt – auch geeignet für Filmpremieren“, erklärt Gregory Theile, der die Kinopolis-Gruppe seit 2004 in vierter Generation leitet. Die Kinobranche habe durch Corona zwar einen Dämpfer erhalten, er glaube aber, dass sich viele Menschen durch bestmögliche Qualität immer noch vom Kino überzeugen ließen.

Im größten Saal des neuen Kinos gibt es 450 Besucherplätze.
Im größten Saal des neuen Kinos gibt es 450 Besucherplätze.

„Wir haben Steckdosen an jedem Platz, Wlan und in den hinteren Reihen können die Besucher die Füße hochlegen“, sagt er. Dazu gibt es in vier Sälen einige Reihen mit „Dbox-Sitzen“. Diese bewegen sich bei dafür geeigneten Filmen in die jeweiligen Richtungen mit. Lust auf noch mehr Kultur? Im „Port des Lumières“ werden die Werke bedeutender Künstler:innen in einer digitalen Ausstellung auf riesige Leinwände um die Besucher:innen herum projiziert.

Das „Port des Lumières“ eröffent in Hamburg deutschlandweit seinen zweiten Standort.
Das „Port des Lumières“ eröffent in Hamburg deutschlandweit seinen zweiten Standort.

Einer der Ankermieter von Westfield ist Breuninger. In der HafenCity eröffnet das Luxuskaufhaus deutschlandweit seinen 13. Standort auf 12.500 Quadratmetern. Geschäftsführer Henning Riecken freut sich auf den 8. April. „Wir waren auch schon früher startklar“, schiebt er mit einem kleinen Grinsen hinterher.

Denn eigentlich sollte Westfield bereits am 25. April 2024 öffnen, doch rund zwei Wochen vorher platzte der Termin: Der Grund soll ein Wasserschaden gewesen sein. URW verschob den Termin erst auf Ende August, dann auf den 17. Oktober – und schließlich auf den 8. April. Ab dann ist das Quartier regulär von 10 bis 20 Uhr geöffnet, in der Gastro und Unterhaltung gelten andere Öffnungszeiten. Die Bürotürme und das Kreuzfahrtterminal sollen dann im zweiten Halbjahr 2025 nachziehen.

Sicherheitsmängel auf Westfield-Baustelle

Die Gesamtkosten kletterten währenddessen auf 2,4 Milliarden Euro. Das lag unter anderem an den höheren Baukosten, dazu kamen aber auch Entschädigungszahlungen für die Mieter:innen: Die konnten ihre Geschäfte nicht wie geplant öffnen und blieben auf Personal und Ware sitzen.

Die Baustelle machte zudem immer wieder wegen angeblicher Sicherheitsmängel Schlagzeilen. Im Oktober 2023 war zudem ein Gerüst im Innern eines Fahrstuhlschachts zusammengekracht. Fünf albanische Bauarbeiter starben, sie sollen als Schwarzarbeiter beschäftigt gewesen sein.