KI im Abi: Die Schummel-Tricks von Hamburgs Schülern

Ausgeschaltete Smartphones liegen bei einer Abiturprüfung in einer Hamburger Schule. (Archivbild)
Ausgeschaltete Smartphones bei einer Abiturprüfung in einer Hamburger Schule. (Archivbild)

Ein Stift, der Aufgaben scannt. Eine Brille, die Antworten liefern könnte. KI verändert das Schummeln im Abi – und stellt Hamburgs Schulen vor die große Frage: Haben bestimmte Prüfungsformate mit Vorbereitung zu Hause noch eine Zukunft?

KI ist längst in Hamburgs Schulen angekommen – und damit auch die Versuchung, sie zum Schummeln zu nutzen. Derzeit laufen die Abiturprüfungen, im Juni stehen die mündlichen Prüfungen an. Wer dabei unerlaubte Hilfe nutzt, riskiert null Punkte, Wiederholungen oder im schlimmsten Fall sogar die Aberkennung des Abiturs.

Smarte Schummelei: So funktionieren KI-Stifte

Ein Beispiel für die neuen Schummelhilfen sind KI-Stifte: Sie ähneln optisch Textmarkern, können Texte scannen, Aufgaben lösen und Antworten auf einem kleinen Display anzeigen. Noch mögen Modelle auffällig sein oder technisch nicht perfekt funktionieren. Doch sie zeigen, wohin die Entwicklung geht: Hilfsmittel werden kleiner, unauffälliger, schwerer zu erkennen.

Hamburgs Schulen wollen die neuen Schummelhilfen gar nicht erst in den Prüfungsraum lassen. „In der Regel müssen Smartphones und andere digitale Endgeräte vor der Klausur abgegeben werden“, sagt der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, der MOPO. Zudem könnten Schulen „Stifte bereitstellen und die Verwendung eigener Stifte (insbesondere auch Stifte mit KI-Funktionen) untersagen und sie können sonst verdächtige Gegenstände wie beispielsweise Brillen vor Beginn der Klausur kontrollieren.“ So soll der Einsatz von KI-Hilfsmitteln in den Abiklausuren möglichst ausgeschlossen werden.

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Wie oft Schülerinnen und Schüler beim Abi tatsächlich mit KI zu täuschen versuchen, weiß die Behörde allerdings nicht genau. Eine zentrale Statistik dazu gibt es nicht.

Kniffliger wird es dort, wo Teile der Prüfung nicht unter Aufsicht entstehen, sondern zu Hause vorbereitet werden: etwa bei Präsentationsprüfungen. „Ein eindeutiger Nachweis von KI-Nutzung ist hier schwieriger“, so Albrecht. „Allerdings ist die Frage, ob Leistungen selbstständig erbracht wurden, keine neue – sie wird durch KI lediglich komplexer.”

Hamburgs Schulen: So wollen Lehrer echtes Wissen erkennen

Deshalb zählt beim Abi nicht nur, was auf den Folien steht – sondern ob der Prüfling es erklären kann. Im Fachgespräch müssen Schülerinnen und Schüler ihre Präsentation erläutern, Entscheidungen begründen und ihr Vorgehen nachvollziehbar machen. Es macht in der Regel mindestens zwei Drittel der Prüfungszeit aus. Wer nur eine KI-Antwort übernimmt, soll spätestens hier auffliegen: Lehrkräfte können nachhaken, Aufgaben übertragen lassen und prüfen, ob das Thema wirklich verstanden wurde.

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Doch reicht das auf Dauer? Oder sind Prüfungen in ihrer heutigen Form bald passé? Die Schulbehörde schließt Veränderungen jedenfalls nicht aus. „Denkbar ist, dass das Format der Präsentationsprüfung mit häuslicher Vorbereitung künftig entfällt“, so Albrecht.