Keiner weiß, wo sie ist: Das droht der abgetauchten Hamburger AfD-Politikerin jetzt

Olga Petersen, AfD
Olga Petersen von der AfD (noch) ist auch viel im Internet präsent.

Die bereits im Juni mit ihren Kindern verschwundene AfD-Abgeordnete Olga Petersen (41) aus Harburg ist offenbar immer noch nicht zurück in Hamburg. Dabei hatte sie der MOPO Anfang Juni noch versichert, sie würde ihr Bürgerschaftsmandat und auch ihr Harburger Bezirksmandat weiter ausüben wollen. Da ihr hohe Bußgelder drohen, weil ihre schulpflichtigen Kinder seitdem nicht zum Unterricht erscheinen, hat sie sich jetzt gemeldet.

Dass Petersen sich in Russland aufhält, gilt als sehr wahrscheinlich. Aber selbst die Behörden wissen es nicht definitiv. Aber nach MOPO-Informationen hat sich Petersen mittlerweile bei der Schulbehörde gemeldet und angegeben, mit den Kindern in Russland zu sein. Was auch plausibel ist, schließlich ist sie eine große Putin-Anhängerin. Sie kam im Alter von 16 Jahren mit ihren Eltern aus Omsk (Sibirien) nach Hamburg.

Petersen hat drei schulpflichtige Kinder

Da drei ihrer vier Kinder in Hamburg schulpflichtig sind, ist Olga Petersen wie andere Eltern auch verpflichtet, nachzuweisen, dass diese nun woanders beschult werden. Dafür reichen einfache Beteuerungen am Telefon oder schriftlich aber nicht aus, die Behörden verlangen in solchen Fällen behördliche Nachweise. Etwa von den neuen Schulen, plus Flugtickets und Visa. In Petersens Fall soll es einen Fristaufschub für diese Nachweise gegeben haben, weil in Russland gerade Ferien und daher offizielle Bescheinigungen nicht so einfach zu organisieren sind.

Sollten die Nachweise auch nach Fristablauf nicht vorliegen, so würde ein empfindliches Bußgeld für jedes einzelne der drei Kinder anstehen. Die Höhe richtet sich dabei nach dem Einkommen der Mutter.

AfD-Abgeordnete hält Schulen für indoktrinierend

Petersen steht den Schulen in Hamburg kritisch gegenüber. Auf Instagram schreibt sie, dass sie täglich erlebt, wie ihre vier Kinder in Schule und Kita „indoktriniert“ würden. Ihre Tochter meine, „Diesel zerstöre die Welt“, der Sohn bringe eine Liste mit „erlaubtem“ Brotbelag aus der Schule mit und die zehnjährige Tochter werde durch sexuelle Früherziehung verunsichert.

Olga Petersen, AfD
Olga Petersen in der Hamburgischen Bürgerschaft (Archiv)

In der Schule soll zumindest bei einem Sohn eine gewisse Verwahrlosung wahrgenommen worden sein. Es habe mehrere Gespräche mit der Mutter gegeben, weil der Verdacht bestand, dass die Kinder während einer Russland-Reise der Mutter nur unzureichend versorgt worden sind. Der Sohn soll zudem in der Schule erzählt haben, er müsse nun Russisch lernen, weil die Familie dorthin ausreise.

AfD-Frau Petersen will Bürgerschaftsabgeordnete bleiben

Da die AfD ein Ausschlussverfahren gegen Petersen angestrengt hat, weiß in der Partei auch niemand, wo sie sich gerade aufhält und was sie plant. Die AfD im Bezirk Harburg hat auch keinen Kontakt. Dort war man auch nicht überrascht, dass sie nicht zur konstituierenden Sitzung der Bezirksversammlung am Dienstag erschien.

Olga Petersen war im Mai von der AfD aus der Fraktion ausgeschlossen worden, gegen sie läuft zudem ein Parteiausschlussverfahren. Ihr wird parteischädigendes Verhalten vorgeworfen, weil sie Putin zu nah steht und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine schönredet. Sie hatte zuvor bereits bei einer Russland-Reise die Wahlen dort als „frei und fair“ gelobt.

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In einem seitenlangen Statement für die MOPO verteidigte Olga Petersen Anfang Juni ihre Haltung: Die Hamburger AfD gelte auch intern als „korrupt und russophob”. Sie habe gehofft, selbst „frischen Wind“ in den Hamburger Landesverband zu bringen. Ihre eigene Position gegenüber Russland sei „vorteilhaft für Deutschland“.