„Kein Anschluss unter dieser Nummer“: Darum stehen in Hamburg noch Telefonsäulen

Telefonsäulen
In Hamburg gibt es noch mehrere solcher Telefonsäulen, wie hier an der Ecke Turmweg/Rothenbaumchaussee (Symbolbild).

Eigentlich sollten Anfang dieses Jahres bereits alle Telefonsäulen auf Hamburgs Straßen verschwunden sein. Schließlich greifen heutzutage die meisten Bürger auf ihr Smartphone zurück. Doch in einigen Stadtteilen sind die pink-silbernen Telefonstelen der Telekom weiterhin zu sehen – auf MOPO-Nachfrage hat der Anbieter erklärt, warum sich der Rückbau verspätet und wann die Ära der öffentlichen Telefone endgültig enden soll.

Schon vor zwei Jahren wurde der Betrieb der Telefonsäulen endgültig eingestellt. Wie viele heute noch in der Stadt stehen, konnte die Telekom auf Nachfrage nicht beantworten. Im vergangenen Jahr gingen Schätzungen von rund 400 aus. Damals hatte eine Telekom-Sprecherin verlauten lassen, dass bis Anfang 2025 alle Telefonstelen verschwunden sein sollen. Warum stehen trotzdem noch überall Telefonzellen? Das wollte ein findiger MOPO-Leser jetzt von uns wissen. Wir haben nachgefragt.

Telefonsäulen in Hamburg: Darum gibt es sie noch

Jetzt heißt es: „Der physische Abbau der verbliebenen Telefonstationen in Hamburg wird sich noch bis ins kommende Jahr hinziehen.“ Der Abbau der Technik ist nämlich kompliziert: „So muss zum Beispiel aus Sicherheitsgründen die Stromversorgung getrennt werden. Dies erfolgt durch den örtlichen Stromnetzbetreiber, was Zeit in Anspruch nimmt“, so die Telekom-Sprecherin.

Ein anderer wichtiger zeitlicher Aspekt seien die Aufgrabungsgenehmigung und verkehrsrechtlichen Anordnungen, die für jeden Abbau einzuholen seien. „Das ist insbesondere in Großstädten wegen lokaler Besonderheiten oder anderer Baumaßnahmen manchmal sehr schwierig“, sagte die Sprecherin weiter.

Telefonzelle
Solche Telefonsäulen gab es vor wenigen Jahren noch überall in Hamburg (Symbolbild).

In einigen Fällen muss vor dem Rückbau zum Beispiel ein „Antrag auf Gefahrenerkundung“ gestellt werden, um auszuschließen, dass die Bauarbeiter später auf Munition oder Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen. Das geht aus einer Senatsantwort auf Anfrage der CDU hervor. Hinzu kommt, dass auch der Fachkräftemangel den Rückbau zusätzlich verlangsamt, wie die Telekom erklärt.

Telekom hat Rahmenvertrag noch nicht gekündigt

Einige Telefonsäulen wurden auch in sogenannte „Small Cells“ technisch umfunktioniert. Sie sollen mithilfe von Antennentechnik in hochfrequentierten Gebieten (zum Beispiel Fußgängerzonen) das bestehende Mobilfunknetz verstärken.

Das Aufstellen der öffentlichen Fernsprecher hatte die Stadt mit der Telekom in einem Rahmenvertrag im Jahr 2000 vereinbart. Doch als immer mehr Hamburger statt der Münz- und Kartenschlitze ihr eigenes Smartphone nutzten, zog der Gesetzgeber nach und änderte 2021 das Telekommunikationsgesetz. Seitdem ist die Telekom nicht mehr zur Versorgung der Bevölkerung mit Telefonstationen verpflichtet. Kurz darauf beschloss das Unternehmen, sich endgültig von diesem unrentablen Geschäftszweig zu verabschieden.

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Den Rahmenvertrag mit der Stadt hat die Telekom nach Angaben der Verkehrsbehörde bisher noch nicht gekündigt. „Vereinbart ist, dass die Telefonsäulen bis Ende 2026 abgebaut sein sollen. Anschließend soll der Vertrag gekündigt werden“, sagte eine Behördensprecherin. Damit endet nach über einem Jahrhundert die Ära der Telefonstationen in Hamburg – endgültig.