Kater Blacky: Sein erstes schönes Weihnachtsfest

Schwarzer Kater liegt auf dem Sofa
Findet das Sofa ziemlich gemütlich: der ehemalige Straßenkater Blacky

Er tigerte von Haustür zu Haustür. Hier und da wurde er gelegentlich gefüttert – aber nirgends war der schwarze Kater in unserer Nachbarschaft wirklich zu Hause. Dabei merkte man ihm an, wie sehr er sich danach sehnte. Und er hatte Glück: Jetzt verbringt er sein erstes Weihnachten in seiner neuen Familie.

Von diesen Tierschicksalen gibt es Tausende in Hamburg. Klein und niedlich wurde der Kater angeschafft – und war schnell eine Belastung. Nennen wir ihn Blacky, er ging also immer weniger in sein erstes Zuhause und sucht dafür Zuneigung und Hilfe in der Nachbarschaft.

Mit traurigem Blick sitzt er vor der Tür

Jahre geht das so. Blacky wusste zwar, dass ihn in seinem alten Zuhause keiner vermisst und wo es in der Nachbarschaft was zu futtern gibt. Er kannte die besten Dachüberstände, um bei Regen trocken zu bleiben. Aber er hatte keine einzige Impfung bekommen, auch nichts gegen Flöhe und Würmer.

Eines Nachmittags sitzt er bei uns vor der Tür, gar nicht aufdringlich, aber mit diesem leicht traurigen Blick, der einen sagen lässt „Armer schwarzer Kater.“

SchwarzerKater auf der Flurtreppe.
Ruht sich im Hausflur vom rauhen Leben auf der Straße aus: Kater Blacky

Er darf sich im Flur auf einer Decke aufwärmen. Mehr geht nicht, denn wir haben schon zwei Katzendamen und die finden Herrenbesuch ziemlich doof. Dabei tut Blacky alles dafür, dass man ihn mag. Er schnurrt, legt sich lang auf die Treppenstufe und genießt die Anwesenheit der Menschen, die er sich ausgesucht hat.

Blacky bleibt bis zum Abend. Dann will er wieder los, „sein“ Revier kontrollieren. Von nun an kommt er regelmäßig, sich aufwärmen, mal für eine Stunde, mal den halben Tag, irgendwann bleibt er über Nacht.

Blacky findet das Sofa sehr gemütlich

Der Kater war nicht kastriert, keiner fühlte sich dafür zuständig. Allein in Hamburg leben mindestens 10.000 verwilderte Hauskatzen. Vermutlich sind es viel mehr. Jedes unkastrierte Tier sorgt dafür, dass das Elend größer wird – dagegen hilft nur die Kastration.

Ab Januar gilt in Hamburg deswegen (endlich) eine Katzenschutzverordnung. Katzen mit Freigang müssen kastriert und gechippt sein. Der Chip ist der Katzenausweis, auf ihm ist die Adresse des Halters vermerkt. Blacky hatte so einen Chip natürlich nicht.

Für uns ist schnell klar: Blacky muss unters Messer. Bei Katern ist das kein großer Eingriff. Schwieriger ist da schon, ihn davon zu überzeugen, dass es zwölf Stunden vor dem Eingriff nichts mehr zu futtern gibt. Und nach der kleinen OP darf er sich bei uns ausruhen.

MOPO-Autor Frank Wieding (59) isst seit mehr als 40 Jahren kein Fleisch. Gras und Steine musste er trotzdem noch nie essen.
MOPO-Autor Frank Wieding (59) isst seit mehr als 40 Jahren kein Fleisch. Gras und Steine musste er trotzdem noch nie essen.

Wir ahnen nicht, dass Blacky länger als eine Woche bleiben will. Er findet das Sofa gemütlich und faucht sich mit unseren Katzen durch die Glasscheibe der Tür an – mehr aus Prinzip, als dass er wirklich Stress will. Und endlich findet Blacky ein Für-immer-Zuhause in der Nachbarschaft. Dort erlebt er nun sein erstes Weihnachtsfest – mehr als drei Jahre musste er darauf warten.

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Es gibt so viele Katzen wie Blacky. Draußen, oft versteckt und scheu – wenn sie etwas Glück haben, kümmern sich engagierte Menschen um sie wie die Tierschützerinnen von Animal Care im Kreis Pinneberg.

Blacky kommt manchmal noch bei uns vorbei, guckt durch die Terrassentür und versetzt unsere beiden Katzen kurz in Aufregung. Dann geht er wieder nach Hause – oder ärgert einen Nachbarkater.

Er tigerte von Haustür zu Haustür. Hier und da wurde er gelegentlich gefüttert – aber nirgends war der schwarze Kater in unserer Nachbarschaft wirklich zu Hause. Dabei merkte man ihm an, wie sehr er sich danach sehnte. Und er hatte Glück: Jetzt verbringt er sein erstes Weihnachten in seiner neuen Familie.