Kampnagel-Sanierung, U5 & ein grünes Denkmal – das passiert in Hamburg-Nord
2025 ist vorbei – Zeit, den Blick nach vorne zu richten. In der MOPO stellen wir für alle sieben Hamburger Bezirke eine Auswahl der Pläne fürs neue Jahr vor. Dieser Artikel widmet sich Hamburg-Nord, der nicht nur die hochverdichteten Altbauquartiere rund um die Alster mit einschließt, sondern auch die Arbeiter-Wohnviertel, die Schrebergärten und die Einfamilienhausgebiete am Nordrand der Stadt. Im Jahr 2026 stehen nicht nur U-Bahn-Arbeiten im Fokus, sondern auch eine bekannte Kultureinrichtung und ein grünes Denkmal.
Nach jahrelangen Planungen: Grünzug Jarrestadt wird saniert
Der Grünzug der Jarrestadt verläuft als Achse vom Goldbekufer über Semperplatz und Hölderlinpark bis zur Jarrestraße und prägt das dortige Wohnquartier. Ab Januar 2026 soll dieses Denkmal saniert und bereits im Sommer 2026 wiedereröffnet werden. Dabei werden die Wege und Spielgeräte erneuert, die Durchgänge verbessert, mehr Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen und neue Pflanzen eingebuddelt.
Eigentlich sollte der Umbau des Grünzugs bereits in diesem Jahr starten – die Deutschland-Koalition des Bezirks hatte die Pläne Anfang 2025 aber noch einmal überarbeitet: Statt 80 fallen jetzt nur noch 24 Parkplätze weg.
Neuer U5-Abschnitt in Winterhude steht vor Genehmigung
Für 2026 erwartet die Verkehrsbehörde außerdem den Planfeststellungsbeschluss für den nächsten Abschnitt der neuen U-Bahn-Linie U5: Dieser verläuft von der neu zu bauenden Haltestelle City Nord (Stadtpark) bis zur bestehenden U3-Haltestelle Borgweg. Der Abschnitt ist insgesamt 2,3 Kilometer lang und verläuft unter dem Stadtpark.
Ein Planfeststellungbeschluss bedeutet, dass die Hochbahn anschließend offiziell mit dem Bau beginnen kann. Währenddessen sind die Arbeiten der U5 von Bramfeld bis zur Sengelmannstraße bereits im vollen Gange: In Barmbek Nord ist aktuell eine elf Meter tiefe Baugrube sichtbar.
Arbeiten an U3-Station Saarlandstraße sollen fertig werden
Seit Anfang 2024 wird an der historischen U3-Station Saarlandstraße bereits gewerkelt: Während des Umbaus fand die Hochbahn noch kriegsbedingte Schäden, Risse im Mauerwerk und Feuchtigkeitsschäden, weswegen sich die Arbeiten verzögerten. Im Sommer 2026 soll die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werd
Ist alles fertig, sollen die Bahnsteige auf 125 Meter verlängert, neue Dächer für beide Treppenhäuser, umfassende Gleisbau- und Weichenarbeiten und die Hauptschalterhalle denkmalgerecht saniert worden sein. Zudem ist die Haltestelle dann in beide Richtungen barrierefrei erreichbar.
Kulturzentrum Kampnagel wird komplett saniert
Das Theater- und Kulturzentrum Kampnagel in Winterhude wird ab September 2026 umfassend modernisiert. Das Produktionszentrum und die Stadt Hamburg planen gemeinsam mit dem französischen Architekturbüro Lacaton & Vassal, mehrere Zubauten und eine umfangreiche Sanierung des geschichtsträchtigen Industriestandorts.
Unter anderem ist eine neue Halle geplant, um Platz für Proben-, Werkstatt- und Lagerräume zu schaffen. Diese wird auf die bestehenden Hallen aufgesetzt. In dem neuen Residenzgebäude neben dem bestehenden Verwaltungsgebäude sollen sich internationale Künstlerinnen und Künstler künftig länger aufhalten können. Die Arbeiten finden bei laufendem Betrieb statt.
Nach Feuer-Drama: Verein kann Halle wieder aufbauen
Ein großes Feuer zerstörte im Winter 2021 die hölzerne Bootshalle des Wassersport-Vereins Oberalster im Stadtteil Ohlsdorf. Diese musste anschließend abgerissen werden. Im Jahr 2026 kann der Traditionsverein endlich mit dem Neubau beginnen.
Dort sind neben Bootsplätzen auch Flächen für Fechten, Yoga, Tischtennis und Veranstaltungen vorgesehen. Zudem soll es einen neuen Jugendraum geben. Das Dach wird begrünt. Die Kosten liegen bei circa drei Millionen Euro. Die Stadt, der Bezirk und der Hamburger Sportbund unterstützen dabei finanziell, eine Million Euro kommt zudem aus der Brandschutzversicherung.
Haus der Jugend in Barmbek und Langenhorn
Das Haus der Jugend am Wittenkamp (Barmbek-Nord) ist seit 2011 ein beliebter Treffpunkt und wird regelmäßig von vielen Jugendlichen besucht. Seit September haben die Arbeiten an dem Neubau offiziell begonnen, im Januar 2026 soll der Rohbau fertig sein. Ende 2026/Anfang 2027 ist die feierliche Wiedereröffnung geplant. Während der Baumaßnahme gibt es die Möglichkeit, Angebote in der Kanufreizeitstätte am Alten Teichenweg zu besuchen.
Das passiert 2026 in Hamburgs Bezirken
- Altona: Elterntaxis, Neubauten und Uhus
- Bergedorf: Ein Jahr Stillstand in der Innenstadt?
- Eimsbüttel: Mega-Abriss und ein neuer Chef
- Hamburg-Mitte: Auto-Tabu, neue Brücke und ein Wohnturm
- Hamburg-Nord: Kampnagel, die U5 und ein grünes Denkmal
- Harburg: Neue Mieter im Ex-Karstadt und ganz viele neue Wohnungen
- Wandsbek: Open-Air-Kino und Elektro-Bordstein
Ab dem Frühjahr 2026 wird zudem das Haus der Jugend am Eberhofstieg (Langenhorn) umfassend saniert und die angeschlossene Mehrzweckhalle, die aufgrund baulicher Mängel seit Jahren gesperrt ist, neu aufgebaut. Der Betrieb wird ab Ende 2025 eingestellt. Einige Angebote werden im Haus der Jugend Kiwittsmoor fortgeführt. Während der Bauzeit wird ein neues Nutzungskonzept mit Institutionen, Anwohnern sowie Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Im Sommer 2027 soll das Haus der Jugend wieder öffnen.