Kampf um Olympia: Jetzt steigt der Bürgermeister in den Ring
Ende Mai stimmen die Hamburger darüber ab, ob sich die Stadt auf Olympische Sommerspiele bewerben soll. Im Senat brennt das olympische Feuer bereits lodernd, bei manchen Hamburgern dagegen eher auf Sparflamme. Im Kampf um die Spiele geht jetzt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) höchstpersönlich auf eine Tour durch die Bezirke.
Wer sich aufmerksam in der Stadt umsieht, wird schon einige der roten Plakate entdeckt haben: Ein zuversichtlich dreinschauender Bürgermeister möchte die Hamburger von Olympia überzeugen – direkt in den Bezirken. „Bei den Gesprächen vor Ort wollen wir über das Konzept informieren, die positiven Auswirkungen olympischer und paralympischer Spiele für Hamburg darstellen und um Unterstützung für den Sport und die Olympische Idee beim Referendum am 31. Mai 2026 werben“, sagt Tschentscher.
Mit einer großen Drohnenshow über dem Hafen hatte der Bürgermeister gemeinsam mit Sportsenator Andy Grote (SPD) und prominenten Hamburger Sportlern vor wenigen Wochen den Start der Kampagne eingeläutet. Anschließend gab es jedoch auch Kritik, weil aus organisatorischen Gründen im Vorfeld nicht über die große Show informiert worden war.
Olympische Spiele in Hamburg: Tschentscher geht auf Tour
Die Tour von Tschentscher soll nun offenbar mehr Bürgernähe schaffen. Daran hatte es in den Augen vieler Kritiker beim Referendum 2015 gemangelt – damals stimmte Hamburg gegen Olympia in der Stadt.
Der rot-grüne Senat sieht die Olympischen Spiele als große Chance für Hamburg, sich der internationalen Sportszene und ihren Fans zu präsentieren. Zudem sollen alle Olympia-Bauten nach den Spielen weitergenutzt werden, was für lokale Sportvereine attraktiv sein kann.
Kritiker wie die Initiative „NOlympia” sehen das anders: Die Spiele seien zu teuer, nicht ökologisch und das Auswahlverfahren intransparent. Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen“, heißt es unter anderem in ihrer Stellungnahme.
Die Termine in allen sieben Bezirken
Los geht es am 25. März im Sasel-Haus (Saseler Parkweg 3), es folgen Eimsbüttel (31. März im ETV-Sportzentrum, Bundesstraße 96), Hamburg-Nord (8. April im Kulturhof Dulsberg, Alter Teichweg 200), Harburg (22. April im Planet Harburg), Altona (23. April im Steenkampsaal, Steenkamp 37), Hamburg-Mitte (27. April in der Inselpark Arena, Kurt-Emmerich-Platz 10) und Bergedorf (6. Mai im KörberHaus, Raum 213/214, Holzhude 1).
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Neben Hamburg bewerben sich auch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr als Austragungsorte in Deutschland. Die Münchner haben sich bereits für die Spiele in ihrer Stadt ausgesprochen, die Rhein-Ruhr-Region stimmt am 19. April ab, Berlin will nicht über Olympia abstimmen lassen.
Das DOSB wird sich anschließend im Herbst 2026 entscheiden, mit welcher Region Deutschland sich beim Internationalen Olympischen Komitee auf die Spiele bewirbt. Infrage kommen dafür die Spiele 2036, 2040 oder 2044.