Bauarbeiten in der Tresckowstraße

Bauarbeiten in der Tresckowstraße. Das historische Kopfsteinpflaster soll durch eine Asphaltdecke ersetzt werden. Foto: Florian Quandt

Kampf um Kopfsteinpflaster: Initiative macht Druck – und kritisiert das Bezirksamt

kommentar icon
arrow down

Asphalt statt Kopfsteinpflaster: Am Donnerstag entscheidet die Bezirksversammlung Eimsbüttel darüber, ob die Tresckowstraße künftig eine Teerstraße sein wird. Die Gegner dieser Maßnahme machen Druck. Sie wollen am Donnerstag vor dem Bezirksamt demonstrieren.

Mehr als 1500 Menschen haben die Online-Petition „Erhalt der Pflasterung in der Tresckowstraße Eimsbüttel!“ schon unterschrieben. Und es werden täglich mehr.

Vor der Entscheidung über die Asphaltierung der Tresckowstraße in Eimsbüttel: Initiative macht Druck

Der Initiator Michael Rosenthal, der selbst Anwohner ist, sieht sich in seinem Anliegen bestätigt. „Wir erleben viel Unterstützung aus der direkten Umgebung – aber bisher keine ernsthafte Bereitschaft, die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner in die Entscheidung einzubeziehen“, so Rosenthal.

Er kämpft für das Kopfsteinpflaster: Anwohner Michael Rosenthal Florian Quandt
Anwohner Michael Rosenthal
Er kämpft für das Kopfsteinpflaster: Anwohner Michael Rosenthal

Er und seine Unterstützer befürchten, dass die Entscheidung des Bezirks faktisch bereits feststeht und der Austausch des Pflasters trotz der Kritik aus der Bevölkerung und von Denkmalschützern realisiert wird.

Hintergrund: Wegen Bauarbeiten zur Erweiterung des Fernwärmenetzes wird die Tresckowstraße aktuell geöffnet. Nach Abschluss der Arbeiten soll das über 100 Jahre alte Kopfsteinpflaster nicht zurückkehren. Der Bezirk begründet das mit dem schlechten Zustand der Steine, den hohen Kosten einer Neupflasterung und einer besseren Verkehrsführung für Radfahrer und Fußgänger.

Anwohner kritisieren weitere Versiegelung der Stadt und warnen vor ökologischen Folgen

Die Gegner wiederum sehen den historischen Charakter der Straße in Gefahr und bringen ökologische Faktoren wie eine weitere Versiegelung der Stadt hervor. Sie befürchten zudem Auswirkungen auf den Baumbestand in der Straße. Hinsichtlich der zu befürchtenden Kosten hat die Initiative eine Neuberechnung vorgenommen, die auch die Folgekosten und die Lebensdauer einer Asphaltierung im Unterschied zum Kopfsteinpflaster berücksichtigt.

„Unter Einbeziehung der Folgekosten über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren kommt sie zu dem Ergebnis, dass der Erhalt des Pflasters auf Dauer wirtschaftlich deutlich günstiger ist als eine vollständige Asphaltierung“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative.

Was Michael Rosenthal auch ärgert: Der neue Bezirksamtsleiter Christian Zierau hatte angekündigt, das Gespräch mit der Initiative zu suchen. Den Termin hat er aber genau auf den Tag der Abstimmung in der Bezirksversammlung gelegt – viel zu spät, findet Rosenthal.

Online-Petition zum Erhalt des Kopfsteinpflasters hat schon mehr als 1500 Unterschriften

„Ein Gespräch am Tag der Abstimmung wirkt wie ein formaler Akt ohne echte Dialogbereitschaft“, so der Sprecher der Initiative Tresckowstraße. „Wenn über 1500 Menschen ein Anliegen unterstützen, darf dieses nicht ignoriert werden.“

Das könnte Sie auch interessieren: Für ihren Uwe gab sie alles auf: Wiebke Worm hat nur eine Bitte

Die Initiative ruft nun die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs dazu auf, die Eimsbüttler Petition zu unterstützen. Außerdem ruft die Anwohner dazu auf, am Donnerstag um 18 Uhr möglichst zahlreich zur Bezirksversammlung zu erscheinen.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test