Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich zu einer Demonstration zum Frauentag auf dem Rathausmarkt versammelt.

Tausende kamen 2025 in der Hamburger Innenstadt zu der Demonstration „Heraus zum Internationalen Frauentag“. Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Kampf für Frauenrechte, Iran-Demos, Brückenabriss: Es wird knallvoll in Hamburg

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Wer geplant hat, am Wochenende mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren – schlechte Idee. Es sind mehrere Demonstrationen angekündigt. Ein Großteil davon dreht sich um den Internationalen Frauentag, auch bekannt als feministischer Kampftag.

Am Samstag und Sonntag sind laut Polizei rund 20 Demonstrationen in Hamburg angemeldet, manche größer, manche kleiner. Am 8. März ist feministischer Kampftag. Seit 1911 wird er gefeiert und genutzt, um auf Frauenrechte aufmerksam zu machen und für Gleichstellung zu kämpfen.

Demonstration von „Bündnis 8M“: Streit mit grüner Jugend

Verschiedene Gruppen haben daher Demonstrationen angemeldet. Der Zug der „Kompliz*innen zum 8. März“ etwa startet um 13 Uhr am Hans-Albers-Platz und soll gegen 16.30 Uhr mit einem Konzert vor der Roten Flora enden. 

Der größte Protestmarsch soll am Sonntag um 12.30 Uhr beginnen, mit 8000 angemeldeten Teilnehmer:innen. Veranstalter ist das „Bündnis 8M Hamburg“. Bis 18.30 Uhr soll demonstriert werden. Der Zug startet an den Landungsbrücken und bewegt sich zum Holstenplatz.



Im Vorfeld hatte es Aufregung um das „Bündnis 8M“ gegeben. Am 15. Februar hatte die Grüne Jugend Hamburg das Bündnis verlassen, weil das Teilnahmerecht jüdischer Frauen infrage angegriffen worden war. „Während der Vorbereitung kam es zu einer Auseinandersetzung. Dabei wurden unsere Vertreter*innen von der Gegenseite unter anderem mit der Aussage konfrontiert, dass sich weder israelische Frauen bei der kommenden Demonstration willkommen fühlen sollen noch jüdische Frauen sich auf der Demo sicher fühlen müssen“, heißt es in einem Schreiben der Grünen Jugend.

Demo zum Internationalen Frauentag am 8. März: In diesem Jahr gibt es Streit im „Bündnis 8M“ (Archivfoto) dpa / Ulrich Perrey
Demo vor dem Hamburger Rathaus
Demo zum Internationalen Frauentag am 8. März: In diesem Jahr gibt es Streit im „Bündnis 8M“ (Archivfoto)

Weiter hieß es: „Diese antisemitische Entgleisung blieb innerhalb des Bündnisses weitestgehend unwidersprochen und ist für uns inakzeptabel.“ Die Jugendorganisation der Partei Bündnis 90/Die Grünen werde sich einer anderen Demonstration anschließen.

Auf den Vorwurf reagierte das „Bündnis 8M“ auf Instagram. In dem Statement heißt es, das Bündnis weise den „Vorwurf des Antisemitismus ganz klar zurück“. Weiter: „Eine solche Aussage wäre nicht geduldet worden.“

Demonstration auch in Harburg und am Gänsemarkt

In Harburg demonstriert am Sonntag von 12 bis 14 Uhr außerdem die Gruppe „BIFF Harburg“ gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Los geht es an der Neuen Straße.

Zudem findet am Sonntag am Gänsemarkt eine Demonstration mit 1500 Teilnehmern statt, die sich um den Iran dreht. Von 14.30 Uhr bis 19 Uhr soll hier demonstriert werden. Veranstaltet wird der Protestzug nach Polizeiinformationen von der „Constitutionalist Party of Iran“, die bereits am vergangenen Samstag in Hamburg gegen das Regime im Iran protestiert hat.

Demonstrationen am Samstag

Auch am Samstag stehen mehrere Protestzüge an. Eine Demonstration für Frauenrechte ist von 11 bis 18 Uhr geplant. Vom Gänsemarkt geht es über den Rathausmarkt und die Mönckebergstraße wieder zurück. 1000 Teilnehmer:innen erwartet der Veranstalter Kulturbrücke Hamburg. Hourvash Pourkian, Frauenrechtlerin und bekannte Gegnerin des iranischen Mullah-Regimes, ist Gründerin des Vereins, der sich für Austausch und kulturelle Vielfalt stark macht.

Am Samstag ist laut Polizei auch eine Demonstration am Heidi-Kabel-Platz mit 100 Teilnehmern angemeldet, die sich um den Frauentag und die Situation im Iran drehen soll.

Verkehrseinschränkungen erwartet

Nicht nur durch die Demonstrationen wird es auf den Straßen eng: Abrissarbeiten an der Berlinertordammbrücke sorgen bereits ab Donnerstagabend in St. Georg für erste Verkehrseinschränkungen. Gegen 22 Uhr werden der Berlinertordamm und die Straße Bürgerweide zwischen dem Anckelmannsplatz und der Wallstraße gesperrt. Die Vollsperrung bleibt bis Montagfrüh um 5 Uhr bestehen. Auch vom 20. bis 23. März und vom 28. bis 31. März soll die Straße gesperrt werden. Umleitungen seien ausgeschildert – mit Verkehrsbeeinträchtigungen sei aber dennoch zu rechnen, so die Polizei.

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Am Sonntagnachmittag ist außerdem Heimspiel des FC St. Pauli. Auch dadurch droht am Sonntag viel Verkehr in den umliegenden Stadtteilen.

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