Kaffeegeruch stoppt Wohnungsbau: Tchibo soll nachrüsten
Der Streit um den Kaffeegeruch bei den Osterbrookhöfen geht in die nächste Runde: Weil es in Hamburg-Hamm regelmäßig stark nach Kaffee riecht, ist eines der größten Wohnungsbauprojekte der Stadt weiter ausgebremst. Nun fordert die Umweltbehörde, dass die Rösterei Tchibo nachrüstet.
Die Umweltbehörde hat eine Anordnung an die Tchibo-Rösterei verschickt – mit der Forderung, die Schornsteine zu erhöhen. Das bestätigte der Behördensprecher der MOPO. Zunächst hatte der NDR berichtet.
Hamburg: Darum liegt Wohnungsbau seit Monaten auf Eis
Hintergrund ist der Stillstand des Prestige-Bauprojekts Osterbrookhöfe in Hamm. Zwischen Wendenstraße, Osterbrook sowie Rückers- und Südkanal sollen mehr als 800 Wohnungen, zwei Kitas und ein Quartierssportzentrum entstehen. Eigentlich war die Fertigstellung für 2027 vorgesehen – doch große Teile der Planung liegen seit Monaten auf Eis.
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Der Grund: Eine EU-Vorgabe zum Immissionsschutz. In Gebieten mit starker Geruchsbelastung darf Wohnungsneubau nur genehmigt werden, wenn die Belastung nachweislich unter den Grenzwerten liegt – und ausgerechnet im Baugebiet riecht es wegen der nahegelegenen Tchibo-Rösterei des Öfteren nach Kaffee. Die Umweltbehörde fordert nun, dass die Schornsteine der Rösterei erhöht werden.
Osterbrookhöfe: Stadt will Projekt voranbringen
Nach NDR-Angaben prüft das Unternehmen nun intern die rechtliche Grundlage – es könnte Widerspruch einlegen und klagen.
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Schon in einem früheren MOPO-Bericht hatte das Bezirksamt Hamburg-Mitte erklärt, die Stadt habe zwar ein „großes Interesse“, das Bebauungsplanverfahren zügig voranzubringen – derzeit seien jedoch Fragen zur Geruchsentwicklung der benachbarten Rösterei offen. Damals hieß es zudem, dass für Wohnungsneubau andere Regeln gelten als etwa für die benachbarte Grundschule und Kita. Die Osterbrookhöfe sind nach MOPO-Informationen mit mindestens 240 Millionen Euro kalkuliert – ob es dabei bleibt, ist offen. (nf)
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