So sollen die künftigen Terrassenhäuser im Innenhof einmal aussehen. Die Rasenfläche ist heute noch unbebaut.

So sollen die künftigen Terrassenhäuser im Innenhof einmal aussehen. Die Rasenfläche ist heute noch unbebaut. Foto: mood-studio.de

Jahrelanger Streit um Innenhof: Grünes Licht für Investor – das sind die Pläne

kommentar icon
arrow down

Seit mehr als zehn Jahren brodelt am Grindelhof der Streit um einen bislang unbebauten Hinterhof: Die Anwohner wollen einen Neubau auf jeden Fall verhindern, angesichts des Klimawandels brauche es „nicht noch mehr Beton“, argumentieren sie. Der Eigentümer kontert wiederum mit dem in Hamburg dringend benötigten Wohnraum – und hat jetzt vom Bezirk grünes Licht für sein Projekt bekommen. Bei dem Wohnraum gibt es allerdings einen Haken.

Das Bezirksamt Eimsbüttel hat dem Projektentwickler Anima die Baugenehmigung für die Mehrfamilienhäuser mit 46 Wohnungen erteilt. Der Investor spricht von „Stadtreparatur“ – auf der Fläche hätten bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ebenfalls Häuser gestanden.

Das sind die Pläne für den Hinterhof im Grindelviertel

Es entstehen insgesamt neun Gebäude mit jeweils drei Etagen plus Dachgeschoss. Allerdings: Alle 46 Wohnungen sollen nach Fertigstellung als Eigentumswohnungen verkauft werden. Diese werden zwischen 40 und 150 Quadratmeter groß sein.

Parallel dazu hat die Anima auch einen Antrag für den Neubau des Vordergebäudes, das von der Straße aus sichtbar ist, beim Bezirksamt eingereicht. Dort plant der Investor ein „Patrizierhaus“ mit begrünter Dachfläche auf sieben Etagen in Gründerzeitstruktur. Auch die künftig elf Wohnungen sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden.

Vordergebäude vom Grindelhof soll abgerissen werden

Bislang befinden sich in dem Plattenbau rund 70 Wohnungen, allerdings jeweils nur 15 Quadratmeter groß. Zunächst habe man eine Sanierung geplant, heißt es von einem Anima-Sprecher – das sei aber aufgrund des Gebäudezustandes nicht möglich.

Ende Januar war dieses Vordergebäude schon einmal in die Schlagzeilen gekommen, als der Bezirk ein Zwangsgeld gegen den Vermieter verhängt hatte: Dieser soll 49 der 70 Wohnungen illegal über AirBnB und als Monteurswohnungen vermietet haben. Dieser Vermieter, eine Beraterfirma aus NRW, hatte laut dem Eigentümer Anima das komplette Vorderhaus angemietet, um die Wohnungen selbst zu vermieten – sei aber in dem Vertrag eindeutig daran gebunden gewesen, diese korrekt auf dem Wohnungsmarkt anzubieten.

Anwohner stinksauer über Bauprojekte im Grindelhof

Wenn der Bezirk auch grünes Licht für das Vorderhaus gegeben hat, will die Anima mit dem Bauen beider Projekte beginnen. Das soll voraussichtlich 2028 der Fall sein. Der Investor spricht von einem dringend benötigten Wohnraum für Familien, der dort entstehen solle.

Die Anwohner vom Grindelhof wehren sich seit Jahren gegen die geplante Innenhof-Bebauung. Florian Quandt
Die Anwohner vom Grindelhof wehren sich seit Jahren gegen die geplante Innenhof-Bebauung.
Die Anwohner vom Grindelhof wehren sich seit Jahren gegen die geplante Innenhof-Bebauung.

„Da stecken nur wirtschaftliche Interessen hinter“, sind sich wiederum die Anwohner aus den Nummern 83 und 89 sicher. Die Rasenfläche liegt genau zwischen ihren denkmalgeschützten Gebäuden. Sie befürchten, dass die Substanz der bestehenden Häuser bei den Bauarbeiten leidet, der Neubau ihre Wohnungen verschattet und das letzte Grün aus der Nachbarschaft verschwindet. Im September 2025 eskalierte der Streit, als die Anima kurzfristig einen Zaun rund um die Rasenfläche aufstellte.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test