Jahrelanger Stillstand: Warum tut sich auf dieser Geisterbaustelle nichts?

Die Baustelle Baererstraße Ecke Bremer Straße
Eigentlich sollten hier längst 25 Wohnungen stehen...

Der Bauantrag für 25 Wohnungen wurde bereits im März 2018 genehmigt, aber auch vier Jahre später ist auf dem Eckgrundstück in Harburg außer einem Fundament nichts zu sehen. Anwohner sind genervt, weil der Bauzaun der seit Jahren den Gehweg versperrt und die Geisterbaustelle immer mehr verwahrlost. Was ist da los?

„Eigentlich ist das hier eine schöne Gegend“, sagt Studentin Hanna Ehlers (24), „aber die Baustelle zerstört das Straßenbild. Wir gucken von unserem Balkon direkt auf die Sandhaufen, auf Rohre und Bauholz, da kann man zugucken, wie die verwittern.“

Schon der Beginn des Bauprojekts auf dem Eckgrundstück Baererstraße/Bremer Straße war holprig: Im Dezember 2018 begannen die Abrissarbeiten auf dem einstigen Tankstellengelände und wurden so unsachgemäß durchgeführt, dass die Baustelle erst einmal vier Wochen behördlich stillgelegt wurde, wie aus einer Senatsanfrage der AfD hervorgeht. Im Januar 2019 ging es dann weiter: Da wurde der Bauzaun auf dem Gehweg errichtet.

Stillstand auf Harburger Baustelle

Warum vier Jahre nach der Genehmigung nur die Bodenplatte steht? „Laut Aussage der Bauherren führten Finanzierungsprobleme zur Verzögerung bei den Baumaßnahmen“, heißt es in der Antwort des Senats.

Studentin Hanna Ehlers (24) und ihr Freund Ercan Sertdemir (21) gucken von ihrem Balkon direkt auf Sandberge und Baumaterial.
Studentin Hanna Ehlers (24) und ihr Freund Ercan Sertdemir (21) gucken von ihrem Balkon direkt auf Sandberge und Baumaterial.

Die Baugenehmigung ist trotzdem nicht erloschen, denn dafür sind die Vorgaben klar: Wenn der Bau innerhalb von drei Jahren nicht begonnen wurde (trifft nicht zu) oder wenn die Arbeiten länger als ein Jahr unterbrochen werden. Offenbar werden aber auf der Geisterbaustelle immer wieder kleine Arbeiten erledigt: Im Sommer 2021 seien einige Tage lang ein paar Männer auf der Baustelle gewesen, sagt die Anwohnerin. Seitdem: Nichts. Die letzte Überprüfung durch den Bezirk habe im Oktober 2020 stattgefunden, schreibt der Senat.

Kein Bauschild auf der Geisterbaustelle von Harburg

Wie das Gebäude einmal aussehen soll, wer die Verantwortlichen sind, so etwas müsste laut Hamburger Bauordnung auf einem Bauschild stehen. Auch das fehlt auf der Geisterbaustelle. „Der Bauherr hat hierzu mitgeteilt, dass er das Bauschild unverzüglich aufstellen wird, wenn er mit den Baumaßnahmen wieder beginnt“, erklärt der Senat.

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Inzwischen hängt immerhin ein DIN A4-Zettel am Bauzaun mit den Adressen einiger Firmen darauf. Kurios: Wer den Bauträger in St. Georg zum Fortgang der Bauarbeiten befragen will, wird an eine Immobilienfirma in Starnberg (Bayern) verwiesen, die die Anfrage der MOPO bisher unbeantwortet ließ.