Irre Aktion im ICE: Fahrgast schmeißt Runde für den ganzen Zug
„Irgendwann hat er nur noch gelächelt.“ So erinnert sich Fahrgast Ralf Otte an den Moment, bevor auf seiner ICE-Reise von Frankfurt nach Hamburg etwas völlig Unerwartetes geschah. Ein Mitreisender kaufte kurzerhand die gesamte Bordbar auf. Wenig später ertönte die Durchsage: „Freigetränke für alle.“
Für Ralf Otte (60) und seine Frau ist es eine gewöhnliche Geschäftsreise – ein paar Stunden mit dem ICE von Frankfurt nach Hamburg. Doch kurz vor Hannover passiert etwas, womit niemand im laut Otte „knackevollen“ ICE gerechnet hätte: Plötzlich gibt es Freigetränke für alle. Der großzügige Spender sitzt Otte direkt gegenüber.
„Gleich zu Fahrtbeginn steckte er sich Kopfhörer in die Ohren und klappte seinen Laptop auf“, erzählt Otte, Professor für Maschinenbau an der Universität Ulm, rückblickend. „Und irgendwann lächelte er einfach nur noch.“ Das Lächeln war so strahlend, dass Otte sich neugierig zu fragen traute, ob die Liebste des Mannes vielleicht „Ja“ gesagt habe. Doch der schmunzelte nur und verneinte.
Spezielle Bitte an den Schaffner: „Ich möchte die Bar aufkaufen“
Dann rief der Strahlemann den Schaffner zu sich – mit einer ungewöhnlichen Bitte, wie Otte der MOPO erzählt. Obwohl der Mann leise sprach, verstand Otte deutlich, wie er sagte: „Ich möchte die Bar aufkaufen.“ Der verblüffte Zugbegleiter holte daraufhin seinen Chef – die Kreditkarte musste geprüft werden.
Wenig später kam die Durchsage durch die Bordlautsprecher, die Ralf Otte und viele andere Passagiere des ICE wohl nie vergessen werden: Ein Fahrgast habe vom Höchststand der Kryptowährung Bitcoin profitiert – und spendiere deshalb Getränke für alle, hieß es da. Auf Ottes Frage nach dem Grund für diese Großzügigkeit antwortete der Mann: „Meine Mama hat immer gesagt: Wenn du im Leben Glück hast, dann teil es mit anderen. Genau das mache ich jetzt.“
Kurz darauf verteilten Bahnmitarbeiter Bier, Sektflaschen und weitere Getränke im ganzen Zug. Als einer von ihnen beim Wohltäter ankam, bestellte der laut Otte lediglich ein Glas Wasser. Selbst im Ruheabteil, wo das Ehepaar saß, herrschte danach ausgelassene Stimmung. „Alle haben sich unterhalten, alle waren völlig aufgeregt“, erinnert sich der 60-Jährige.
„Glücksritter“ bestellt nur ein Wasser
Auf MOPO-Nachfrage bestätigte auch die Deutsche Bahn das außergewöhnliche Ereignis. Aus Datenschutzgründen nannte sie jedoch weder die Bestellmenge noch den bezahlten Betrag. Der großzügige Fahrgast will anonym bleiben – andere würden sich für so eine Aktion wohl feiern lassen.
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„Sind Sie ein Glücksritter oder Banker?“, fragte Otte sein Gegenüber noch während der Fahrt. „Beides“, grinste der Unbekannte – und steckte sich lässig wieder seine Kopfhörer ein, bevor er sich erneut seinem Laptop widmete.