In ganz Hamburg zu finden: Das Geheimnis hinter diesem Graffiti-Gesicht
Wenn man genau hinschaut, entdeckt man es an zahlreichen Orten in Hamburg: Das auffällige Gesicht, das nur aus einer Linie besteht – mal als Graffiti auf Hauswänden, mal als Kreidezeichnung auf Müllcontainern oder auch als Sticker auf Stromkästen. Welcher Street Artist steckt dahinter und was bedeuten die Gesichter?
Das weiße Graffiti ist auf dem roten Backstein nicht zu übersehen: Ein Gesicht aus einer Linie – Augen, Nase, Mund, eine Kappe auf dem Kopf. Vor wenigen Tagen hatte die MOPO über den ehemaligen Schlecker-Markt in der Straße Pepermölenbek am Kiez berichtet, der schon seit geraumer Zeit leer steht. Das Titelbild zeigt den Markt von außen, das blaue „Schlecker“-Schild hängt über dem Eingang – und daneben prangt das auffällige Gesicht, wie ein aufmerksamer MOPO-Leser bemerkte.
„Satisfied Guy“: Das öffentliche Stadtbild gehört den Menschen
„Satisfied Guy“ nennt sich der Künstler hinter dem Motiv, wie „t-online“ erstmals berichtete. Seine Identität hält er geheim, seine Kunst hinterlässt er jedoch in der ganzen Stadt. „Ich liebe es, bunte, lebende Wände zu sehen, denn für mich zeugt das von einer pulsierenden und vibrierenden Stadt“, so der Street Artist auf MOPO-Anfrage über seine Motivation.
Er wolle den vorbeilaufenden Menschen zeigen, dass ihnen das öffentliche Stadtbild gehöre. „Die Gestaltung der Wände sollte, meiner Meinung nach, allen Menschen der Stadt obliegen und nicht, zum Beispiel, Unternehmen, die sich große Werbetafeln leisten können. Schließlich schauen wir alle auf die Wände“, erklärt der Künstler.
Das Malen beschreibt „Satisfied Guy“ als meditativ. „Die eine Linie, die ich ziehe, um das Gesicht in einem Zug zu malen, ist der Anfang und das Ende dieser Meditation“ – dabei gebe es kein richtig oder falsch. Doch warum überhaupt das Gesicht? „Für das Motiv habe ich mich entschieden, weil ein Gesicht mehr Menschen anspricht, als zum Beispiel Buchstaben und somit nicht einer bestimmten Szene vorbehalten ist“, sagt der Street Artist.
Keine Angst vor strafrechtlicher Verfolgung
Fast 4000 Menschen folgen dem Künstler mittlerweile auf Instagram und auch in Street Art-Ausstellungen war seine Kunst schon mehrfach zu sehen. Durch Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen hat „Satisfied Guy“ seine Motive auch schon mehrmals als limitierte Kunstdrucke oder auf Pullovern auf den Markt gebracht. Auch in Zukunft soll es immer mal wieder Kooperationen geben, so der Künstler.
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Trotzdem gilt: Sprayen im öffentlichen Raum ist in den meisten Fällen verboten. Illegale Graffitis stellen eine Sachbeschädigung und damit eine Straftat nach Paragraph 303 dar, wie der Senat etwa im Oktober 2023 feststellte. „Satisfied Guy“ meint jedoch: „Für mich fühlt es sich nicht so an, als ob ich etwas Verbotenes oder Illegales tun würde, somit habe ich auch keine Angst vor strafrechtlicher Verfolgung.“