Immobilienpreise in Hamburg fallen: Soll ich jetzt zuschlagen?
Jeder Einkauf wird teurer, Zinsen steigen, die Inflation ist hartnäckig – und der Traum von einem Eigenheim ist für viele Menschen noch immer in weiter Ferne. Doch muss er das sein? Laut dem Kiel-Institut für Weltwirtschaft (IfW) sollen Immobilien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 günstiger geworden sein – und zwar vor allem in Hamburg. Demnach sanken die Preise hier um 4,9 Prozent. Die MOPO fragte IfW-Immobilienexperte Dr. Jonas Zdrzalek, warum die Preise fallen – und ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, zuzuschlagen.
MOPO: Warum empfinden viele Menschen den Immobilienmarkt als teurer, obwohl die Preise laut Ihrer Zahlen offiziell gefallen sind?
Dr. Jonas Zdrzalek: Wir hatten bis 2022 eine außergewöhnlich lange Phase mit extrem stark steigenden Preisen. Das war eine Entwicklung, die seit unserer Datenaufzeichnung in den 1960er-Jahren einmalig war. Zwar sind die Preise seither gefallen, aber nicht in dem Maße, wie sie vorher gestiegen sind. Außerdem haben sich die Zinsen seit Ende 2021 und Beginn 2022 zeitweise vervierfacht, während die Immobilienpreise ab Mitte 2022 gesunken sind. Auch im Jahr 2023 gab es durchgehend Preisrückgänge. Im Jahr 2024 lagen die Preise im ersten Quartal zunächst unter dem Niveau von 2023 und sind anschließend nur leicht gestiegen, sodass sie immer noch unter dem Niveau von 2023 liegen. Wir bewegen uns aber immer noch auf einem hohen Niveau.
Immobilienpreise in Deutschland: Nicht überall wird es günstiger
Vor allem in hochpreisigen Städten wie Hamburg mit minus 4,9 Prozent und Stuttgart mit minus 3,2 Prozent rutschten die Preise ab. Währenddessen legten Frankfurt mit 3,9 Prozent und Leipzig mit 1,8 Prozent zu. Besonders betroffen vom Preisrückgang sind ältere Bestandsimmobilien. Neubauten hingegen bleiben teuer – in Großstädten fast auf Rekordniveau. Wie erklären Sie die Unterschiede?
Neubauten sind aus unterschiedlichen Gründen gefragt. Ein Grund ist zum Beispiel die Energieeffizienz. Käufer achten heute viel stärker auf Energieverbrauch und Sanierungskosten. Wer sich eine Bestandsimmobilie kauft, muss oft hohe Summen in die Modernisierung stecken oder zahlt möglicherweise höhere Energiekosten.
Doch warum unterscheiden sich die Preisentwicklungen in den Städten?
Das sind schlicht unterschiedliche Märkte. Unsere Zahlen zeigen, dass es in Deutschland keine einheitliche Entwicklung gibt. Warum die Preise in manchen Städten steigen und in anderen nicht, müsste lokal weiter untersucht werden.
Soll man jetzt schnell zuschlagen, wenn man eh eine Immobilie in Hamburg kaufen will?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Wer jetzt ein Haus kaufen möchte, sollte das genau durchrechnen. Ein Hauskauf ist eine sehr individuelle Abwägung.
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Wie sieht das Ganze mit unsanierten Häusern aus?
Viele Altbauten wirken auf den ersten Blick günstig, doch es können hohe Kosten anfallen. Deshalb gilt gerade hier, wer jetzt ein unsaniertes Haus kaufen möchte, sollte wirklich alles genau durchrechnen.