Immer mehr Projekte wackeln: Jetzt wird auch noch die HafenCity zum Problemfall

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Die Ruine des Elbtowers in der HafenCity umringt von Kränen und weiteren Baustellen.

Die HafenCity sollte bis 2025 Hamburgs neuer Vorzeigestadtteil werden – doch die Probleme häufen sich. Nahe der Elbtower-Ruine am Stadteingang stehen mehrere Bauprojekte, bei denen sich die Bauzeiten verzögern oder Investoren abspringen. Eine aktuelle Senatsantwort auf Anfrage der CDU zeigt, wo es länger dauert, welche Ideen wieder eingestampft wurden und wie schwer es der Stadt fällt, die übrigen Grundstücke an Interessenten zu vergeben.

„Meine Schriftliche Kleine Anfrage zur Situation in der HafenCity zeigt ganz deutlich: Nicht nur der Elbtower bereitet große Probleme. Auch bei vielen weiteren Projekten gibt es Schwierigkeiten“, sagt Anke Frieling, Stadtentwicklungsexpertin der CDU.

HafenCity: Diese Bauprojekte verzögern sich

Bei gleich vier Projekten verzögert sich der Bau. Im östlich gelegenen Quartier Elbbrücken kommt es auf zwei Baufeldern zu Verzögerungen des Baubeginns um ein bis zwei Jahre. Als Grund werden vom Senat die „aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ genannt. In diesem Bereich sind unter anderem Wohnungen für Studierende geplant.

Im selben Quartier verzögert sich auch der Bau des neuen Präventionszentrums der Berufsgenossenschaften um zwei Jahre „aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer Verzögerung im Bauablauf, bedingt durch die Sturmflut im Februar 2022”.

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Die Grafik zeigt den Fortschritt der Gebäude in der HafenCity (Stand: 2021).

Östlich von diesem Baufeld steht das Gerippe des Elbtowers. Diese Baustelle ist laut des Senats aufgrund des vorläufigen Insolvenzverfahrens der Signa das einzige Bauprojekt in der HafenCity, das stillsteht.

Die HafenCity Hamburg GmbH (HCH) hat selbst auch mit einer Baustelle zu hadern: Ihr Null-Emissionshaus im Quartier Am Sandtorpark/Grasbrook verzögert sich ebenfalls um zwei Jahre.

Das Null-Emmissions-Haus in der HafenCity soll komplett CO2-neutral gebaut und unterhalten werden.
Das Null-Emmissions-Haus in der HafenCity soll komplett CO2-neutral gebaut und unterhalten werden.

Und das Südliche Überseequartier verzögert sich „um etwas mehr als zwei Jahre aufgrund der Komplexität des Vorhabens”, so der Senat. Statt wie geplant im Frühjahr 2024 soll es nun 2026 fertig werden.

Hier befindet sich auch das neue XXL-Shoppingcenter „Westfield” , das in diesem Jahr schon für Schlagzeilen sorgte, weil die Eröffnung mehrfach verschoben wurde. Aktuell verspricht der Inhaber „Unibail-Rodamco-Westfield“ eine riesige Eröffnungsparty für den 17. Oktober.

Seit 2022 nur ein weiteres Grundstück vergeben

Dabei sollte alles so schick werden: Der Elbtower als neues Wahrzeichen, daneben besonders klimafreundliche und moderne Bürogebäude wie das Null-Emissionshaus und ein Shopping-Tempel im Überseequartier. Doch die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirbelten die Baubranche durcheinander. Die Zinsen stiegen, Baustoffe wurden teuer und schwer lieferbar.

Einige Bauprojekte in der HafenCity wurden sogar schon vor dem Verkauf des Grundstücks wieder von ihren Entwicklern oder der Stadt verworfen. Für vier sogenannte „Anhandgaben” gab es eine Rückgabe.

Die Baustelle des Elbtowers in der HafenCity. Hier arbeitet bereits seit Oktober 2023 niemand mehr.
Auf der Baustelle des Elbtowers in der HafenCity arbeitet bereits seit Oktober 2023 niemand mehr. Dort sollen einmal riesige Büroflächen entstehen.

Bei einer „Anhandgabe“ hat der Projektentwickler Zeit, um sein Baukonzept innerhalb einer bestimmten Frist zu finalisieren. So lange darf das Grundstück nicht von der Stadt an Dritte weiterverkauft werden. Erst danach wird der Kaufvertrag verhandelt.

Bei den verworfenen Projekten handelt sich um zwei Hotels, ein Wohnungsbauprojekt und ein weiteres Baufeld, auf dem der Verlag Gruner&Jahr ursprünglich eine neue Zentrale bauen wollte, bevor er sich für ein kleineres Bestandsgebäude entschied.

Für drei weitere Baufelder laufen Anhandgaben aktuell noch mit geplanten Bezugszeitpunkten in den Jahren 2027 und 2028. Neu anhand gegeben wurde seit 2022 bisher nur ein einziges Grundstück. Auf einem Baufeld im Bereich um den Lohsepark soll die neue Deutschlandzentrale der Reederei MSC entstehen.

HafenCity: Zehn Baufelder warten auf Interessenten

Wie viel Prozent die Büroflächen in den geplanten Gebäuden im neuen Stadtteil insgesamt bereits vermietet sind, kann die HafenCity GmbH nicht beantworten.

Zehn Grundstücke, auf denen Wohnungen und Büros gebaut werden können, haben noch keinen Abnehmer gefunden. Hier finden nach Angaben des Senats „Gespräche mit unterschiedlichem Reifegrad mit potenziellen Interessenten statt“.

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„Das zeigt: Die Vermarktung der Baufelder in der HafenCity ist schwierig geworden. Die HafenCity war einmal das Paradestück der Hamburger Stadtentwicklung. Nun lahmt die Entwicklung sogar hier“, sagt Frieling. Sie fordert: „Der Senat muss endlich durch eine überzeugende Standortpolitik deutlich machen, dass die Stadt Hamburg eine hervorragende Entwicklung nehmen wird. Mit guter Zukunftsperspektive ist eine Stadt auch in schwierigen Zeiten ein interessanter Investitionsstandort für Wohnungsbau und Projektentwicklung.“

Die HafenCity sollte bis 2025 Hamburgs neuer Vorzeigestadtteil werden – doch die Probleme häufen sich. Nahe der Elbtower-Ruine am Stadteingang stehen mehrere Bauprojekte, bei denen sich die Bauzeiten verzögern oder Investoren abspringen. Eine aktuelle Senatsantwort auf Anfrage der CDU zeigt, wo es länger dauert, welche Ideen wieder eingestampft wurden und wie schwer es der Stadt fällt, die übrigen Grundstücke an Interessenten zu vergeben.