Im Ex-Monsum-Theater: Nadia kümmert sich um belastete Seelen
Nach dem Auszug des Monsum-Theaters 2022 kommt nun wieder Leben in die Friedensallee 20: Der Nussknacker e.V. zieht in den gemütlichen Hinterhof ein. Dabei soll der denkmalgeschützte Theatersaal erhalten bleiben – mehr zum Thema Theater bleibt allerdings nicht. Der gemeinnützige Verein gilt nämlich als Anlaufstelle für Menschen mit seelischen Leidensgeschichten.
„Die Krisen werden nicht weniger“, sagt die Geschäftsführerin vom Verein Nussknacker, Dr. Nadia Simon. Der Verein, ansässig in Altona, setzt sich seit über 40 Jahren für seelisch Kranke ein. Simon und ihre Mitstreiter bieten Unterstützung für Menschen in Krisensituationen, sind Anlaufstelle für Angehörige – ab Januar in den ehemaligen Räumen des Monsun-Theaters in Ottensen.
Vom Mittagstisch zur Therapiestunde
Zu dem Theater gehörte im vorderen Bereich auch Gastronomie, zuletzt war dort ein Pizzaladen. Der Verein bringt mit seinem Umzug in die Friedensallee sein Café mit, das in das Erdgeschoss des Hinterhofs kommt. Hier soll es künftig einen Mittagstisch geben, so die Geschäftsführerin. Zudem finden Menschen mit seelischen Leidensgeschichten in der Gastronomie des Nussknacker eine Arbeit – und damit Perspektive.
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Die Beratungsräume werden im ersten Stock sein. Dort, wo früher geprobt und gespielt wurde, dreht sich bald alles um Krisen, Krisenbewältigung, aber auch Prävention. Nadia Simon plant nicht nur Beratungsangebote, sondern auch Veranstaltungen. Das Angebot reicht dann von Mindset-Coachings und Ernährungs-Tipps, über Beratungen für Angehörige von mental Kranken zu Verhaltensratgebern für Arbeitgeber. Sie möchte möglichst viele Menschen für das Thema sensibilisieren, nicht nur Betroffene. Um „Barrieren abzubauen und um Sichtbarkeit zu schaffen“, sagt Nadia Simon. (tb)
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