Ihre größten Gastro-Katastrophen: Hamburgs Top-Köche packen aus

Sternekoch Maurizio Oster in seinem Restaurant „Zeik“ in Winterhude
Sternekoch Maurizio Oster in seinem Restaurant „Zeik“ in Winterhude

Sie versorgen ihre Gäste mit feinsten Speisen, jeder Handgriff in der Küche sitzt – eigentlich. Denn auch bei einem Profi läuft nicht immer alles rund. Cornelia Poletto, Maurizio Oster, Christoph Rüffer und Co.: Zwölf Top-Köche aus Hamburg haben der MOPO ihre größten Missgeschicke verraten. Lesen Sie hier, wem die Bauernente quer über den Restaurant-Boden flutschte – und wer bei einem Event mit 1000 Gästen den Tafelspitz vergeigte.

Thomas Martin: „Bauernente von der Pfanne gesprungen“

Thomas Martin ist der der Küchenchef des „Louis C. Jacob“.
Thomas Martin ist der der Küchenchef des „Louis C. Jacob“.

Thomas Martin ist seit fast 30 Jahren Küchenchef im eleganten „Jacobs Restaurant“ in Nienstedten:

„Ein Abendservice im Restaurant, jeder Tisch besetzt. Es gab für einen Tisch ganze Bauernente. Diese ist mir vor dem Tranchieren mit Schwung von der Pfanne gesprungen und auf dem Boden durch das gesamte Restaurant gerutscht. Es gab für die Gäste natürlich eine neue Ente.“

Daniel Thompson, Küchenchef im „Grill & Health“ („Hotel Atlantic“), hat sogar schon im Buckingham Palace gearbeitet:

„Bei der Eröffnung eines asiatischen Restaurants passierte ein Desaster. Unser Vorbereitungstisch in der Küche brach zusammen – und das mit allen Vorspeisen. Doch Glück im Unglück: Im asiatischen Raum gilt das Zerbrechen von Porzellan als Glück, was die Stimmung aufheiterte. Mit etwas Verzögerung und Improvisation gelang es uns, eine alternative Vorspeise zu servieren.“

Christian Rach: „Ich habe die Barbe verhauen“

Christian Rach erkochte sich 1991 mit seinem „Tafelhaus“ einen „Michelin“-Stern und war schon in diversen Fernsehshows zu sehen:

„Es war eine Preisverleihung im ,Atlantic’ mit 400 Gästen. Und dann habe ich die Rotbarben viel zu lange im Ofen gelassen. 350 Portionen waren übergart. Ich hatte einen Preis gewonnen, ging auf die Bühne und sagte: ,Es tut mir leid, ich habe die Barbe verhauen.’ Es ist wichtig, zu Fehlern zu stehen. Es gab trotzdem Applaus für mich.“

Spitzenköchin Cornelia Poletto hat ein gleichnamiges Restaurant in Eppendorf und ist auch ein bekanntes TV-Gesicht:

Spitzenköchin Cornelia Poletto misslang mal ein Tafelspitz.
Spitzenköchin Cornelia Poletto misslang mal ein Tafelspitz.

„Ich habe mal auf einem Event für 1000 Menschen einen Tafelspitz auf Niedrigtemperatur in Kräutermilch gegart – funktioniert nicht. Alles ist sauer geworden. Zu Hause hatte es geklappt, bei der Menge leider nicht. Oder: Stubenküken und Kaviar zu kombinieren – war auch keine gute Idee. Hat einfach nicht gepasst.“

Kevin Fehling: „Saft der Jacobsmuschel trat aus“

Kevin Fehling ist der Inhaber des Drei-Sterne-Restaurants „The Table“ (HafenCity). Er gehört zu den besten Köchen Deutschlands:

„Der größte Küchen-Fail war eigentlich nicht mein Verschulden. Bei einer Bankettveranstaltung sollten 300 Jacobsmuschelrosetten auf Pergamentpapier kalt serviert werden. Kurz vorher hat ein Gastkoch die Bleche mit den Rosetten in einem vorgewärmten Ofen zwischengelagert, sodass der Saft der Jacobsmuschel austrat und sie dann nicht nach unserer Vorstellung serviert wurde.“

Küchenchef Christoph Rüffer hat für das Gourmet-Restaurant „Haerlin“ (im Luxushotel „Vier Jahreszeiten“) an der Alster ebenfalls drei Sterne erkocht:

Christoph Rüffer erkochte für das „Haerlin“ im Hotel „Vier Jahreszeiten“ drei Sterne.
Christoph Rüffer erkochte für das „Haerlin“ im Hotel „Vier Jahreszeiten“ drei Sterne.

Sein größtes Missgeschick? „Ein wahrer Klassiker: das Vertauschen von Salz und Zucker bei der Zubereitung eines Desserts.“

Zora Klipp: „Kakaopulver in jeder Ritze der Küche verteilt“

TV-Köchin Zora Klipp ist die Inhaberin der „Weidenkantine“ (Eimsbüttel und Ottensen) und des „Blattgold“ (Sternschanze):

„Feierabend, Küche gerade blitzeblank. Ich wollte das große Glas Kakaopulver ins Regal stellen und bin abgerutscht. Habe den ganzen Kakao in jeder Ritze der Küche verteilt.“

Sternekoch Maurizio Oster ist der Inhaber des „Zeik“ in Winterhude:

„Auf einem Außerhaus-Termin habe ich eine Kiste mit Lebensmitteln in Hamburg vergessen. Wir waren zwei Stunden vom Restaurant weg …“

Mit seinem ehemaligen Restaurant „Petit Amour“ in Ottensen erkochte Boris Kasprik einen „Michelin“-Stern. Heute veranstaltet er private Dinner-Partys:

„Mir ist mal eine Bouillabaisse im letzten Ansatz angebrannt. Da musste ich die ganze Nacht durcharbeiten, um alle Ansätze einmal neu zu kochen. Ein weiterer Fauxpas: Mir ist mal eine aufwendige ,Tourte’ beim Drehen im Ofen runtergefallen. Das war schlimm!“

Kirill Kinfelt: „Habe ein Blech Maispoularden übersehen“

In seinem Restaurant „Kinfelts Kitchen & Wine“ in der HafenCity serviert Kirill Kinfelt französisch-internationale Gerichte:

„Ich habe mal bei einer Veranstaltung ein Blech Maispoularden im Kühlhaus übersehen und diese nicht gegart. Das gab damals ziemlichen Ärger …“

In Marcel Görkes Restaurant „Heimatjuwel“ (Eimsbüttel) gibt es gehobene Bistro-Küche:

Marcel Görke („Heimatjuwel“) passierte ein Malheur mit Schokomousse.
Marcel Görke („Heimatjuwel“) passierte ein Malheur mit Schokomousse.

„Erst vor Kurzem passiert für eine Veranstaltung: eine große Schüssel weißes Schokoladenmousse gerade fertiggestellt und musste nur noch in die Förmchen gefüllt werden. Ist beim Umstellen auf der Arbeitsfläche runtergefallen. Tja, dann das Ganze von vorn …“

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Sterne-Gastronom und Koch Fabio Haebel betreibt unter anderem die Restaurants „haebel“ und „XO Seafoodbar“ auf St. Pauli:

„Ich habe mal Blaubeeren, Pilze und Hähnchen in eine Quiche gepackt. Das hat wirklich gar nicht geschmeckt. Ich entschuldige mich immer noch bei Betty vom ,Chug Club’, die das damals kosten ,musste’.“