Idyll direkt am Wasser – und trotzdem kennt kaum jemand diesen Hamburger Beachclub

Das Kulturprojekt „Boot“ an der Bille in Hamburg-Hamm ist ein beliebter Treffpunkt – vor allem, wenn es Livemusik gibt.
Das Kulturprojekt „Boot“ an der Bille in Hamburg-Hamm ist ein beliebter Treffpunkt – vor allem, wenn es Livemusik gibt.

Vom Wohnsitz reicher Kaufleute, die ihre Villen außerhalb des Stadtzentrums bauten, eine prachtvoller als die andere, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Im Zweiten Weltkrieg wurde Hamm nahezu vollständig zerstört. Heute bestimmen Bürogebäude, Autohändler und Industrie den Stadtteil. Versteckte Perlen gibt es aber auch. Zum Beispiel einen Beachclub mit Strand, Livemusik und Bootsverleih. Wir verraten, wo sie zu finden sind.

Rundgang im Park

Hammer Park
Verwunschen: Der Hammer Park wurde 1914 zur öffentlich zugänglichen Grünanlage.

Ursprünglich war der Hammer Park ein Privatgrundstück, das der Kaufmann Jacques de Chapeaurouge im Stil eines englischen Landschaftsgartens rund um seinen Landsitz anlegen ließ. Seit 1914 ist der Park offen für jeden.

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Hamburgs Erster Gartenbaudirektor Otto Linne machte das Gelände zum Volkspark. Seitdem gehört die Grünanlage mit Liegewiesen, Teich, Hecken- und Kräutergarten, verwunschenen Ecken und uralten Bäumen zur beliebten Grünfläche im Stadtviertel. Das Stadion für Fußball und Leichtathletik am Park wurde 1914 erbaut und ist das älteste Stadion Hamburgs.

Livemusik an der Bille

Stefan Malzkorn
Stefan Malzkorn vor dem Camper „Boot“, der seinen Standort jetzt im gleichnamigen Kulturprojekt mit Beachclub, Bühne und Cafe im Osterbrookviertel direkt an der Bille gefunden hat.

Stefan Malzkorn steht vor seinem Camper, dem Herzstück des von ihm gegründeten Kulturprojekts „DasBoot“. Biergarten, Bootsverleih, Musik-Bühne und Nachbarschaftstreff zugleich – das hat im Osterbrookviertel in Hamm-Süd lange gefehlt.

Fünf Sterne („Weihnachtsteller aus dem Baumarkt“) hat Malzkorn am grünen Mobil, das so etwas wie ein Maskottchen ist, angebracht. Fünf Sterne ist dieses kleine Idyll an der Bille allemal wert. Wenn die Sonne scheint, stellen die Mitarbeiter Liegestühle auf, Kanus werden zu Wasser gelassen, es gibt Kaffee und kühle Getränke mit Blick auf die gegenüberliegende Billerhuder Insel. Am 26.7. ertönt ab 18 Uhr wieder Livemusik, wenn die Punkrocker von „Die Spams“ das Billeufer zum Beben bringen.

DasBoot“, Osterbrookplatz 18, Do 15 bis 22 Uhr, Fr 14 bis 22 Uhr, Sa 11 bis 22 Uhr, So 10 bis 19 Uhr

„Chinese am Fleet“

Chinese am Fleet
Mitten im Industriegebiet und zugleich direkt am Wasser: Der Chinese am Fleet.

Zwischen Autovermietung und Lackierbetrieb versteckt sich der „Chinese am Fleet“. Eine kleine Insel der Ruhe mit Blumen auf der Terrasse direkt am Wasser und frisch renoviertem Innenraum. Das Essen ist günstig, authentisch und zu empfehlen, der Service schnell und freundlich.

Chinese am Fleet“, Borstelmannsweg 77, Di bis So 12 bis 22 Uhr

Crazy Golf
Schön bunt und voller Überraschungen: „Crazy Minigolf“ am Hammer Park.

Minigolf mal anders

Ganz schön bunt, der Minigolfplatz am Hammer Park. Mal leuchtet ein blauer Buddhakopf zwischen Sitzbänken, mal sind zwei rosafarbene Hundestatuen interessante Hingucker, dann bringen die Golfbahnen mit ihren grellen Neonfarben die Spieler zum Staunen. Ein schrilles Gesamtkunstwerk, das seinem Namen „Crazy Minigolf“ alle Ehre und das Spielen zum außergewöhnlichen Vergnügen macht.

Crazy Minigolf, Caspar-Voght-Straße 35c, Di bis Fr 14 bis 20 Uhr, Sa/So 12 bis 20 Uhr

Störtebeker Haus
Beeindruckend: Das Störtebeker-Haus an der Süderstraße in Hamm.

Seefahrer-Romantik

Zu den markantesten Gebäuden in Hamm gehört das Störtebekerhaus in der Süderstraße 282. Es sieht aus wie ein Kontorhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert, wurde tatsächlich aber erst 2004 fertiggestellt. Ein Glockenspiel am westlichen Uhrturm stellt die Hinrichtung Störtebekers und seiner Gefolgsleute dar.

Auch die Säule auf der Kreuzung ist eine Reminiszenz an den um 1400 hingerichteten Seeräuber: Auf dem goldenen Kapitell der 14 Meter hohen Granitsäule thront eine Nachbildung der Kogge Störtebekers.

Vom Wohnsitz reicher Kaufleute, die ihre Villen außerhalb des Stadtzentrums bauten, eine prachtvoller als die andere, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Im Zweiten Weltkrieg wurde Hamm nahezu vollständig zerstört. Heute bestimmen Bürogebäude, Autohändler und Industrie den Stadtteil. Versteckte Perlen gibt es aber auch. Zum Beispiel einen Beachclub mit Strand, Livemusik und Bootsverleih. Wir verraten, wo sie zu finden sind.