„Ich würde Bäumen eine Stimme geben“
Seit bald 20 Jahren lebt Schauspielerin Lisa Hagmeister (46, Thalia Theater) in Hamburg. Sie ist nicht nur privat Naturliebhaberin, sondern auch Teil des Kunstprojekts „Parlament der Bäume“, das am 8. August in Planten un Blomen gestartet ist. Die MOPO durfte ihr sieben private Fragen stellen.
1. Einen Tag Bürgermeisterin von Hamburg – Ihre erste Amtshandlung? Ich würde jedem Baum eine ‚Stimme‘ geben – und eine Person an seine Seite stellen, die zuhört, begleitet und schützt. So beginnt gelebte Stadtökologie.
2. Ihr Lieblingshamburger oder Ihre Lieblingshamburgerin? Die Exeter-Ulme im Alten Botanischen Garten am Dammtor. Unauffällig, fast vergessen – eine stille Heldin zwischen Bauplänen und Betonfantasien.
3. Was ist denn so Ihr liebstes Hamburg-Klischee? Dass Hamburg so hanseatisch kontrolliert ist – stimmt ein bisschen. Doch unter der Oberfläche lebt ein vielstimmiges Geflecht aus Widerspruch, Wildwuchs und Haltung.
4. Welche drei Dinge machen Sie glücklich? Ein Kind, das einem Baum zuhört. Moos unter den Fingern. Wenn Kunst, Klima und Raum in Resonanz treten – und Verbindungen entstehen, die Natur, Wahrnehmung und Gesellschaft neu zusammendenken.
5. An welchem Ort in Hamburg geht Ihnen das Herz auf? Plattenladen
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6. Der schönste Stadtteil Hamburgs? Für mich gibt es keinen ‚schönsten‘ Stadtteil. Ich mag Orte, an denen sich Brüche zeigen und neue Verbindungen entstehen, z.B. bei Wanderungen zwischen Altona, Niendorf, St. Pauli, Wilhelmsburg, Veddel, Rothenburgsort und Hammerbrook
7. Worüber mussten Sie zuletzt lachen? Als ein Politiker ernsthaft vorschlug, gefällte Bäume durch LED-Lichtbänder zu ersetzen – als könnten sie „ausgleichende Naturimpulse“ liefern. Fast schon dystopische Komik.
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