Christian Ulmen, Collien Fernandes

Christian Ulmen und Collien Fernandes auf der Premiere von „jerks” im Jahr 2017. Foto: picture alliance / Jörg Carstensen/dpa | Jörg Carstensen

„Ich schäme mich“: Diese Hamburger Promis unterstützen Collien Fernandes

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Die Hamburger Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen (50), erhoben. Fernandes hat damit eine Debatte über sexualisierte Gewalt im Internet angestoßen und findet viel Zuspruch aus der Bevölkerung. Auch in Hamburg solidarisieren sich Frauen und Männer mit der Schauspielerin – darunter viele prominente Stimmen und auch immer mehr Männer.

Durch einen „Spiegel“-Artikel und mit einem Instagram-Post machte Collien Fernandes ihre Vorwürfe gegenüber ihrem Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“. In einem persönlichen Instagram-Beitrag schildert Fernandes am Donnerstag noch einmal mehr Details. Darunter bekunden viele Prominente, Politiker und Aktivisten ihre Unterstützung. Unter ihnen sind viele Stimmen aus Hamburg.

Hamburgs zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) schreibt: „Mir fehlen die Worte für das alles.“ Sie bedankt sich für „Mut, Offenheit und Stärke“, darüber so zu sprechen und anderen Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Digitale Gewalt gehöre „hart bestraft“, um Frauen besser zu schützen.

Deepfake-Pornos: Anna Gallina fordert härtere Gesetze

Auch die Hamburger Klimaaktivistin Luisa Neubauer äußert sich: „Den größten Dank im Namen von so vielen von uns“, kommentiert sie. Sie organisiert und unterstützt Demonstrationen in Hamburg (26. März) und Berlin (22. März) und fordert, das Sexualstrafrecht dahingehend zu reformieren, dass digitale und physische Gewalt gleichgestellt werden. Außerdem fordert sie spezialisierte Gerichte für sexuelle Gewalt – analog wie digital.

In einem Interview mit der MOPO sagte Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne): „Wir müssen dafür sorgen, dass Opfer ihre Rechte besser durchsetzen können.“ Plattformen und Anbieter müssten in die Pflicht genommen werden, solche Inhalte zu löschen oder entsprechenden Schadenersatz zu zahlen. „Und wir müssen Strafbarkeitslücken schließen, die nicht nur, aber auch an diese digitalen Phänomene anknüpfen.“

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Aber nicht nur Frauen solidarisieren sich öffentlich mit Collien Fernandes: Der Hamburger Musiker Johannes Oerding sagt in einem Instagram-Post: „Was gerade öffentlich wird und was Collien erlebt, macht mich wütend, traurig und nachdenklich zugleich.“ Schweigen fühle sich in diesem Moment nicht richtig an, so Oerding. Er schäme sich, ein Mann zu sein. Gleichzeitig fordert er, dass Männer sich nicht wegducken. „Wir müssen hinschauen, zuhören, Verantwortung übernehmen und klar widersprechen.“ „Nicht so zu sein“, reiche für einen Mann nicht aus.

Prominente äußern viel Zuspruch für Collien Fernandes

Bestürzt zeigen sich auch die Hamburger Schauspielerin Nina Bott und Blankeneser Pop-Sänger Axel Bosse. Bott schreibt: „Es ist einfach so verstörend. Mir fehlen die Worte. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.“ Bosse kommentiert: „Volle Solidarität und mein tiefstes Mitgefühl.“

Fußballprofi und Ex-HSV Spieler René Adler meldet sich ebenfalls auf Instagram zu Wort. Auch wenn er sich nicht eindeutig auf den Fall Ulmen-Fernandes bezieht, findet er unmissverständliche Worte: „Ich schäme mich für uns Männer!!“ Er kenne kaum eine Frau, die nicht schon Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht habe. Die Strafen seien zu milde und Frauen würden zu wenig geschützt, so Adler weiter.

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Auch bekannte Hamburger Influencer zeigen sich solidarisch. Der Tierschutzaktivist Malte Zierden schreibt: „Volle Solidarität mit dir. So etwas auszuhalten braucht unfassbare Stärke. Es sind immer Männer. Aber ich hoffe, du weißt, hier stehen sehr viele Menschen hinter dir.“ Und die Altonaer Familien-Influencerin Neda Amiri fordert „maximale Solidarität“.

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