hvv hop in Harburg: Warum Nutzer immer häufiger kein Taxi bekommen

Ein „hvv hop“-Shuttle am Fischbeker Heideweg.
Ein „hvv hop“-Shuttle am Fischbeker Heideweg

Seit Mitte Dezember fahren die weißen Sammeltaxis von „hvv hop“ endlich im gesamten Bezirk Harburg. Doch seitdem häufen sich die Klagen von bisherigen Nutzern, dass sich öfter kein Fahrzeug buchen lässt. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, die mit dem Schutz des bestehenden ÖPNV zu tun haben und mit bewussten Änderungen in der App.

„Ich habe sonst viel leichter einen Shuttle über die App buchen können“, berichtet eine Leserin der MOPO und fragt, woran das liegen könnte. Sie gehört zu den Fahrgästen, die schon seit Längerem den „hvv-hop“-Shuttle nutzen. Denn im östlichen Teil Harburgs fährt der Dienst bereits seit zwei Jahren und hat laut Betreiber VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) schon 500.000 Fahrgäste.

Bediengebiete „hvv hop“
Das rot umrandete Gebiet „Harburg-West“ ist seit Mitte Dezember neu. Lila ist „Harburg-Ost“, dort fährt der Shuttle seit zwei Jahren.

Seit Mitte Dezember wurde das Gebiet nach langer Wartezeit endlich auf Harburg-West erweitert und umfasst nun auch noch das Gebiet von Moorburg im Osten bis Neuenfelde und Cranz im Nordwesten und Neugraben im Südwesten. Der Sinn der Sammeltaxis ist es, Fahrgäste im ländlichen Raum mobiler zu machen, so dass sie auch ohne Auto leicht von zu Hause zur nächsten S-Bahn-Station kommen, oder auch mal zum Bus.

Hvv hop: Sammeltaxi fährt jetzt in ganz Harburg

Dass sich Strecken nicht mehr so leicht buchen lassen, wie früher, ist allerdings Absicht: „Wir fokussieren uns jetzt noch konsequenter auf die Anbindung an das bestehende ÖPNV-Netz von S-Bahn und Bus“, erklärt Meyer. Denn „hvv hop“ sei als Ergänzung konzipiert worden und richte sich an Menschen, die in weniger gut angebundenen Gebieten wohnen und ohne Auto oder Rad zum Bus oder zur S-Bahn gelangen wollen. Die Folge: „Möchte ein Fahrgast eine Route mit Shuttle fahren, die zu einem großen Teil parallel zu einer S-Bahn oder Buslinie verläuft, kommt keine Buchung zustande.“

VHH: Shuttle soll ÖPNV nicht ersetzen

Schon bei Eingabe einer Adresse werden in der App automatisch umliegende Bushaltestellen angezeigt. Verläuft die Wunschroute dann entlang der S-Bahn oder einer Busroute, dann kann kein Shuttle gebucht werden. Meist wird dann eine Buslinie angegeben, die dort verläuft, inklusive der Zeit, die für den Fußweg und die Busfahrt eingeplant werden muss. Meyer: „Manchmal wird auch ein Fahrtangebot mit Shuttle bis zur nächstgelegenen Haltestelle gemacht.“

Da die S-Bahn sich einmal quer von Ost nach West durch das ganze Harburger Gebiet zieht und ebenso Buslinien entlang der Cuxhavener Straße verlaufen, kann es recht häufig passieren, dass Buchungen nicht zustande kommen. Dann erscheint der Eintrag: „Für diese Strecke ist kein Shuttle angezeigt. Bitte nutze ÖPNV-Verbindungen als Alternative.“

Nachts mit dem Shuttle von Neugraben zur Haustür

Aber das ist nicht zu jeder Uhrzeit automatisch der Fall. Wer etwa aus Cranz nach Harburg zur S-Bahn fahren will, wird tagsüber auf Busse verwiesen. Außerhalb der Busfahrzeiten, etwa spätabends nach einem Theater- oder Kneipenbesuch, kann auf der gleichen Strecke dann doch ein Shuttle von der S-Bahn nach Hause gebucht werden, weil halt kein Bus mehr fährt.

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Ein weiterer verknappender Faktor ist die Zahl der Fahrzeuge. Trotz der Verdopplung des Einzugsgebietes in Harburg sind weiterhin 28 Sammeltaxis im Einsatz. Schon das dürfte zu einer Einschränkung der bisherigen Verfügbarkeit im Gebiet Ost führen und den ein oder anderen Buchungsengpass erklären.

Überraschend erklärt VHH-Sprecher Meyer, dass die Zahl der Fahrzeuge auf längere Sicht sogar auf 20 schrumpfen soll. Hintergrund sind die hohen Kosten. Meyer appelliert daher an Fahrgäste: „Buchen Sie unseren Service mit Augenmaß – in allererster Linie ist die Zielsetzung von ‚hvv hop‘, Menschen in mit Bus und Bahn unterversorgten Gebieten an das hvv-Netz anzubinden.“

Aufgrund der Gebietserweiterung sind die Shuttles nicht mehr wie vorher zu jeder Zeit buchbar: Das ist jetzt möglich von Montag bis Donnerstag zwischen 4 Uhr morgens und 1.30 Uhr am nächsten Tag. Von Freitag 4 Uhr bis Sonntag 24 Uhr fahren die Fahrzeuge weiterhin durch. Mitgenommen wird, wer eine HVV-Fahrkarte hat und einen Aufpreis von zwei Euro pro Person und Fahrt zahlt.