Husten, Niesen, Halsweh: Was macht eigentlich eine HNO-Ärztin, wenn es sie erwischt?
Es kratzt im Hals, die Nase läuft – da hat jeder so seine Mittelchen, auf die er schwört, von Ingwertee bis Nasendusche. Und die Profis? Was machen die so, wenn es losgeht mit den ersten Erkältungssymptomen? Wir haben die Wilhelmsburger HNO-Ärztin Dr. Katharina Lindhorst gefragt.
Als HNO-Ärztin wird ihr Wartezimmer in den kommenden Monaten voll sein mit rotnasigen, heiseren Patienten. Kann man eine Erkältung überhaupt verkürzen? Oder ist was dran an dem alten Spruch „Drei Tage kommt sie, drei Tage steht sie, drei Tage geht sie?“ Dr. Lindhorst warnt vor allzu großen Werbe-Wunderversprechen: „Verkürzen lässt sich der Krankheitsverlauf eigentlich nicht, aber die Symptome kann man schon lindern.“
Hier lesen Sie ihre Tipps:
Nasenspray verwenden
„Viele Menschen schrecken vor Nasenspray zurück, aber klassisches abschwellendes Nasenspray ist die beste Möglichkeit, die Zugänge zu den Nebenhöhlen und zum Mittelohr freizuhalten. Das ist wichtig, um eine bakterielle Nebenhöhlenentzündung zu verhindern. Da ist der Nutzen höher als die Gefahr, davon abhängig zu werden. Das passiert nicht, wenn man das Nasenspray nur für die Dauer der Erkältung nutzt. Ich schwöre auf Nasenspray, weil es auch das Krankheitsgefühl lindert, wenn man durch die Nase atmen kann.“
Vorsicht mit Antibiotikum
„Die Annahme, eine grünliche Farbe des Schnupfens zeige eine bakterielle Nebenhöhlenentzündung an, die stimmt nicht. Die meisten Erkältungen gehen auf Viren zurück, da nützt ein Antibiotikum gar nichts. Eine bakterielle Sinusitis erkennt man an starken Schmerzen in der Nebenhöhle und einem extrem starken Krankheitsgefühl. Auch wenn eine abklingende Erkältung plötzlich mit starken nasalen Symptomen zurückkommt, sollte man vom Hausarzt abklären lassen, ob eine bakterielle Entzündung vorliegt.“
Keine Angst vor Schmerzmitteln
„Wenn ich richtig starke Kopf- und Gliederschmerzen habe, dann nehme ich auch mal ein starkes Schmerzmittel, etwa Ibuprofen 400. Wenn es mir richtig schlecht geht, auch mal anderthalb Tabletten, zumal Ibuprofen auch entzündungshemmend ist und die Schleimhäute sich schneller zurückbilden.“
Lokales Anästhetikum
„Wenn ich in erster Linie starke Halsschmerzen habe, nehme ich Halstabletten, die den Hals betäuben. Der Wirkstoff heißt Benzokain und ist in verschiedenen frei verkäuflichen Produkten enthalten.“
Inhalieren bringt Erleichterung
„Inhalieren befeuchtet die Schleimhäute und das ist eine Erleichterung. Dabei nehme ich am liebsten Salbeitee, weil starke ätherische Öle die Schleimhäute zu stark reizen. Es funktioniert auch mit heißem Salzwasser, Hauptsache feuchte Wärme, die den Schleim löst.“
Babysalbe für die Nase
„Wundsalbe für Babypopos hilft super, wenn die Haut um die Nase schon ganz wund ist von den Taschentüchern.“
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