Frau mit zwei Hunden im Schnee.

Wer sich jetzt einen Hund aus dem Tierheim holt, zahlt drei Jahre keine Hundesteuer in Hamburg (Symbolfoto). Foto: Imago

Hunde aus dem Tierheim? Hamburg schafft neuen Anreiz für Adoption

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Einen Hund zu halten, wird in Hamburg teurer. Statt 90 Euro fallen 120 Euro Hundesteuer pro Jahr an. Mit einer Ausnahme: Wer einen Hund aus dem Tierheim adoptiert, der muss drei Jahre lang keine Hundesteuer zahlen und spart also 360 Euro. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

Seit 1995 ist die Hundesteuer in Hamburg nicht erhöht worden, dafür jetzt gleich für 2026 recht üppig. Laut der tierschutzpolitischen Sprecherin der SPD, Anja Quast, liegt Hamburg damit nun auf dem Niveau von Berlin. Andere Städte seien deutlich teurer. Trotzdem war es ihr wichtig, dass diese Änderung erst einmal nicht für Hunde gilt, die aus dem Tierheim kommen.

„Eine dreijährige Steuerbefreiung für Tierheim-Hunde ist der richtige Schritt, um die Übernahme eines Hundes spürbar zu erleichtern“, so Quast. Viele Hunde bleiben über Monate, teilweise sogar über Jahre, im Tierheim – insbesondere dann, wenn sie älter, krank oder besonders pflegeintensiv sind. „Viele Interessierte scheuen vor einer Adoption zurück. Dabei spielen auch finanzielle Sorgen eine Rolle, etwa durch höhere Tierarztkosten, Spezialfutter oder einen erhöhten Pflegebedarf“, so Quast. „SPD und Grüne schaffen konkrete Anreize, dass sich künftig noch mehr Hamburger:innen bewusst für einen Hund aus dem Tierschutz entscheiden.“

Hundesteuer: Hamburg erlässt sie für Tierheim-Hunde

Beim Hamburger Tierschutzverband (HTV) freut man sich über diese Entscheidung. „Das schafft einen Anreiz, sich einen Hund aus dem Tierheim zu holen“, so HTV-Chefin Janet Bernhardt. Sie ist aber realistisch, einen Ansturm aufs Tierheim erwartet sie dadurch nicht. „Wer unbedingt einen bestimmten Rassewelpen haben möchte, der kommt trotzdem nicht zu uns.“

Im Tierheim Süderstraße werden mittelgroße und kleine Hunde meist sehr schnell vermittelt, wenn sie gesund und sozialverträglich sind. Von ihnen könnte das Tierheim noch viel mehr vermitteln. Teils über Jahre bleiben hingegen kranke Hunde in der Süderstraße, nicht zuletzt wegen der Tierarzt- und Medikamentenkosten und des hohen Pflegeaufwandes.

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Auch sehr lang im Tierheim bleiben große Hunde und solche, die nicht so leicht zu handhaben sind, wie Schäferhunde, Malinois, Dobermann, Rottweiler und Co. Nicht zu vergessen die große Gruppe der Listenhunde, die als gefährlich gelten und für die in Hamburg keine Haltungsgenehmigungen erteilt werden. Dazu gehören American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier – auch wenn es sich um Mischlinge handelt. Für diese gefährlichen Hunde würde die Steuerbefreiung laut Quast auch ausdrücklich nicht gelten.

 

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