HPA verklappt nun doch keinen Schlick vor Scharhörn
Eigentlich wollte Hamburg in den kommenden Tagen erstmals Schlick aus der Elbe vor der Volgelschutzinsel Scharhörn verklappen, zum Entsetzen der Naturschutzverbände. Nun teilt die Hafenbehörde überraschend mit, dass das Baggergut stattdessen am Rand des Duhner Watts nahe Cuxhaven abgeladen werden soll.
„Neuer Lüchtergrund“ heißt die Unterwasserdeponie nahe Cuxhaven, die vom Bund betrieben wird und die noch Kapazitäten frei hat. Bis zum 14. April werden hier 350.000 Tonnen Hamburger Schlick verklappt, durch einen „Laderaumsaugkopfbagger“ namens„Pedro Alvarez Cabral“.
Mitte April endet die „Verbringungssaison“, weil dann die Laichzeit der Finten beginnt, ein heringsartiger Fisch – und die Strandsaison im nahen Nordseebad Cuxhaven.
Hamburg nutzt Schlickdeponie bei Cuxhaven
Die Bundesdeponie vor der Haustür ist in Cuxhaven wenig beliebt und auch die Reaktion der Naturschutzverbände ist verhalten: „Wir sind froh, dass das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer von den mit Schadstoffen belasteten Sedimenten vorerst verschont bleiben wird“, heißt es von Nabu, BUND und WWF: „Die Verklappung an der Verbringstelle Neuer Lüchtergrund ist jedoch ökologisch ebenfalls problematisch und rechtlich fragwürdig.“
Die Hafenbehörde HPA erklärt: „Von erheblichen ökologischen Beeinträchtigungen durch die Verbringung ist nicht auszugehen“, die Umweltverbände hingegen sprechen von „erheblicher Belastung der Sedimente durch Schwermetalle.“
Zunächst keine Schlickverklappung bei Scharhörn
Der vom Hamburger Senat kurzfristig verkündetet Plan, überschüssige Sedimente aus der Elbvertiefung bei Scharhörn zu verklappen, hatte zu einem Aufschrei der Empörung geführt. Die Nachbarländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein fühlten sich überrumpelt, Cuxhavens Bürgermeister zeigte sich entsetzt, Naturschutzverbände drohten mit Klagen.
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Vom Tisch sind die Scharhörn-Pläne längst nicht, aber bis Oktober, wenn die „Herbstkampagne“ der Verklappung beginnt, soll nun nach Lösungen gesucht werden. Insgesamt muss Hamburg in den kommenden zwei Jahren zwei Millionen Tonnen Sedimente loswerden, die immer wieder in die ausgebaggerte Elbe gespült werden.