Sternbrücke

Stau unter der „alten” Sternbrücke (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

„Horror-Sommer“: Transport-Plan der neuen Sternbrücke sorgt für Ärger bei Anwohnern

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Acht Wochen Sperrung, mögliche Evakuierungen und große Unsicherheit bei Anwohnern und Gewerbetreibenden: Der geplante Transport der neuen Sternbrücke sorgt schon jetzt für Ärger in Altona.

Nach aktuellen Planungen der Deutschen Bahn soll die neue Sternbrücke Ende Juli oder Anfang August an ihren endgültigen Platz gebracht werden. Dafür wird die Max-Brauer-Allee zwischen Schulterblatt und Stresemannstraße voraussichtlich für rund acht Wochen gesperrt. Während dieser Zeit wird die Straße vorbereitet, der Transport durchgeführt und anschließend wiederhergestellt.

Anwohner müssen Wohnungen zeitweise verlassen

Besonders brisant: Für den eigentlichen Transport müssen Anwohner entlang der Strecke ihre Wohnungen zeitweise verlassen. Dies wird „für einen Zeitraum von wenigen Tagen“ nötig sein, wie ein Bahnsprecher der MOPO erklärte – in einer E-Mail an einen Anwohner, die der MOPO vorliegt, ist von ein bis zwei Tagen die Rede.

Die Initiative Sternbrücke spricht von einem „Horror-Sommer“ und kritisiert mangelnde Transparenz. Viele Anwohner und Gewerbetreibende hätten bislang kaum konkrete Informationen erhalten. „Was hier mitten in den Sommerferien passieren soll, stellt die Betroffenen vor echte Probleme“, sagt Sprecherin Marlies Thätner. Unklar sei etwa, wie Familien, mobilitätseingeschränkte Personen oder Geschäftsinhaber mit den Einschränkungen umgehen sollen.



Die Bahn betont, man wolle die Belastungen so gering wie möglich halten. Details zum Verkehrskonzept und zu möglichen Entschädigungszahlungen stehen jedoch bisher nicht fest. Auch Zufahrten für Anwohner und Geschäfte sollen „im Einzelfall geprüft“ werden. Der Durchgang von Fuß- und Radverkehr soll weitgehend möglich sein. 

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Technisch ist der Transport ein Kraftakt: Die mehrere tausend Tonnen schwere Brücke soll auf einem speziellen Schwerlastfahrzeug, einem sogenannten „Tausendfüßler“ (SPMT), von ihrer Montagefläche zur Kreuzung bewegt werden. Dafür wird die Max-Brauer-Allee zunächst mit einem Sandbett eingeebnet und mit Stahlplatten verstärkt, um das enorme Gewicht zu tragen.

Fest steht schon jetzt: Für mehrere hundert Anwohner und zahlreiche Betriebe entlang der Strecke wird der Sommer zur Geduldsprobe.

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