Hormus-Blockade: Schiffe sitzen fest – so reagiert Hamburgs Reederei-Gigant
Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd sieht derzeit keine Option, ihre im Persischen Golf festsitzenden Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu leiten. Es gebe derzeit keine Möglichkeit einer Durchfahrt und man warte auf eine Gelegenheit, sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Weitere Details nannte er nicht. Nach früheren Konzernangaben saßen sechs Handelsschiffe der Reederei im Golf fest.
Jansen sagte, der Iran-Krieg verursache wöchentlich zusätzliche Kosten von rund 50 Millionen US-Dollar (rund 42,8 Millionen Euro). Er begründete das mit gestiegenen Treibstoffpreisen. Von Kunden verlangt das Unternehmen mit Sitz in der Hamburger Altstadt wegen der Mehrkosten Zuschläge. Für die Zuschläge gebe es seitens der Kunden „gute Akzeptanz“, sagte Jansen.
Im März wurde bekannt, dass das im Golf liegende Hapag-Lloyd-Containerschiff „Source Blessing“ von einem Granatsplitter getroffen wurde. Ein Feuer brach aus, das die Besatzung löschte.
Straße von Hormus: Irans Streitkräfte greifen drei Frachtschiffe an
Die Straße von Hormus ist nicht gefahrlos befahrbar, weil der Iran die freie Schifffahrt in der Meerenge südlich des Irans bedroht. Der Verkehr ist deshalb weitgehend zum Erliegen gekommen. Das Vorgehen des Irans verstößt nach Ansicht von Experten gegen das internationale Seerecht.
Das könnte Sie auch interessieren: „Werden schießen und euch zerstören“: Die riskante Flucht der Kreuzfahrtschiffe
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Irans Streitkräfte nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht haben. Zwei Schiffe seien beschlagnahmt worden. Darunter sei das Schiff „MSC Francesca“ der Schweizer Containerreederei Mediterranean Shipping Company gewesen. (dpa/mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.