Hamburgs Straßen: Einst waren sie ein Kampfgebiet
„VU. 2 EX. An der Alster.“ So habe ich es vor 39 Jahren auf einem braunen Papierumschlag notiert, den ich nun im Archiv entdeckte. Die Abkürzungen stehen für „Verkehrsunfall. Zwei Menschen verstorben“. Zwei von 102 Verkehrstoten des Jahres 1987. Zum Vergleich: 2025 starben 21 Menschen im Hamburger Straßenverkehr.
Ja, damals starb alle 3,6 Tage ein Mensch auf Hamburgs Straßen. Man nahm das achselzuckend hin und auch für mich war es Routine, Leichen auf dem Asphalt zu fotografieren, die heute brutal wirkenden Fotos in braune Umschläge zu stecken und nüchtern zu beschriften. „Zweimal Exitus“ – das ist Beamtendeutsch und ich habe das damals einfach so übernommen.
Meist blieb es auch nach schweren Unfällen bei einer kurzen Notiz mit kleinem Foto in der MOPO. Doch bei dem Unfall, der sich am 21. März 1987 gegen 3 Uhr nachts auf der „Nebenfahrbahn“ der Straße An der Alster ereignete, war es anders. Ich recherchierte die Hintergründe, meine geschätzte Kollegin Susan Junghans sprach mit Angehörigen und Freunden der beiden Toten.
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