Wie ich meinen Opa in der Nazi-Kartei fand – und viele prominente Hamburger dazu
Wollten auch Sie immer schon wissen, ob Ihr Großvater oder Urgroßvater ein Nazi war? Bekamen Sie zu Hause auf diese Frage nie eine ehrliche Antwort, nur Ausflüchte und Ausreden? Dann können Sie sich jetzt erstmals selbst überzeugen. Denn das US-Nationalarchiv hat im März die digitalisierte NSDAP-Mitgliederkartei online gestellt. Plötzlich ist möglich, was jahrzehntelang nur Historikern vorbehalten blieb: Jetzt kann jeder recherchieren, welche Vorfahren der NSDAP angehörten, und zwar bequem vom heimischen Rechner aus. Und noch mehr ist möglich: Die braune Vergangenheit unzähliger Deutscher lässt sich nun nachverfolgen.
Ich brauche nur wenige Minuten, dann habe ich meinen eigenen Großvater „überführt“: Bernhard Friedrichsen (1902–1976), Tischler aus Flensburg, im Krieg Angehöriger einer Polizeidivision, Vater einer achtköpfigen Familie. Was manche in der Verwandtschaft ohnehin vermutet hatten, ist jetzt belegt: Er trat in die NSDAP ein, und zwar nicht erst nach Hitlers Machtübernahme 1933 wie Millionen andere, sondern schon 1929. Das spricht dafür, dass er von der NS-Bewegung sehr früh begeistert war.
Von Karl Schiller über Hans Mahler bis Hans-Harder Biermann-Ratjen – alle waren in der NSDAP
- Deutsch (Deutschland)
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