Matthias Claudius – Dichter und Journalist: Der Mann, der den Mond aufgehen ließ
Mitten in Wandsbek, zwei Gehminuten vom Markt entfernt, stehen zwei dunkle Eisenkreuze im Grün des historischen Friedhofs neben der Christuskirche. Goldene Buchstaben blitzen, wenn die Sonne zwischen den Bäumen hindurchfällt. Hier liegt einer begraben, den fast alle kennen, ohne wirklich zu wissen, wer er war: Matthias Claudius. Der Dichter, der die wohl schlichteste und tröstlichste Zeile der deutschen Sprache schrieb: „Der Mond ist aufgegangen.“ Sein Grab ist bescheiden. Keine Pracht, kein Aufsehen. Das passt zu ihm – zu einem, der schrieb, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und sich selbst nur „einen Boten“ nannte. Claudius war ein Kind des Nordens. Am 15. August 1740 wurde er in Reinfeld bei Lübeck geboren, als Sohn des Pastors Matthias Claudius und dessen Frau Maria Lorck. Er wuchs in einem Pfarrerhaushalt auf, in dem Religion und Bildung eng verbunden waren. Die Bibel prägte seinen Ton ebenso wie die Erfahrung früher Verluste: Mehrere Geschwister starben jung, er selbst erkrankte schwer an den Pocken, überlebte jedoch – anders als sein geliebter Bruder Josias. Der frühe Umgang mit dem Tod, den er später in seinen Texten vertraut „Freund Hain“ nannte, hinterließ Spuren.
- Deutsch (Deutschland)
MOPO+ Abo
für 1,00 €Jetzt sichern!Neukunden lesen die ersten 4 Wochen für nur 1 €!Zugriff auf alle M+-ArtikelWeniger Werbung
Danach nur 7,90 € alle 4 Wochen //
online kündbarMOPO+ Black Week Deal
1 Jahr für 52 €Jetzt sichern!1 Jahr M+ für 1 € pro Woche lesen!Zugriff auf alle M+-ArtikelWeniger Werbung
Im zweiten Jahr 79 € //
online kündbar
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.