Matthias Claudius

Der Wandsbeker Schriftsteller und Journalist Matthias Claudius (1740-1815): Ihm verdanken wir eins der schönste Werke deutscher Dichtung: „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar.“ Foto: picture alliance / akg-images

paidMatthias Claudius – Dichter und Journalist: Der Mann, der den Mond aufgehen ließ

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Mitten in Wandsbek, zwei Gehminuten vom Markt entfernt, stehen zwei dunkle Eisenkreuze im Grün des historischen Friedhofs neben der Christuskirche. Goldene Buchstaben blitzen, wenn die Sonne zwischen den Bäumen hindurchfällt. Hier liegt einer begraben, den fast alle kennen, ohne wirklich zu wissen, wer er war: Matthias Claudius. Der Dichter, der die wohl schlichteste und tröstlichste Zeile der deutschen Sprache schrieb: „Der Mond ist aufgegangen.“ Sein Grab ist bescheiden. Keine Pracht, kein Aufsehen. Das passt zu ihm – zu einem, der schrieb, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und sich selbst nur „einen Boten“ nannte. Claudius war ein Kind des Nordens. Am 15. August 1740 wurde er in Reinfeld bei Lübeck geboren, als Sohn des Pastors Matthias Claudius und dessen Frau Maria Lorck. Er wuchs in einem Pfarrerhaushalt auf, in dem Religion und Bildung eng verbunden waren. Die Bibel prägte seinen Ton ebenso wie die Erfahrung früher Verluste: Mehrere Geschwister starben jung, er selbst erkrankte schwer an den Pocken, überlebte jedoch – anders als sein geliebter Bruder Josias. Der frühe Umgang mit dem Tod, den er später in seinen Texten vertraut „Freund Hain“ nannte, hinterließ Spuren.


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