Heute Männerwohnheim, früher gefürchtetes Gefängnis – Zellen im Keller erinnern daran
Ein kalter Novembertag. Der Wind pfeift durch die Straße Hütten, ein Auto rollt vorbei, ein Fahrrad rattert über das Kopfsteinpflaster. Wir sind in der Neustadt, direkt vor dem Helmuth-Hübener-Haus, an dem die meisten Passanten achtlos vorübergehen. Wir nicht. Drinnen in dem alten Backsteingebäude leben Männer, die sonst kaum einen Platz in dieser Stadt hätten: Wohnungslose, chronisch Kranke, Menschen mit Brüchen im Leben, einige mit Suchterfahrungen, andere mit psychischen Erkrankungen. Für sie ist das Haus eine Zuflucht. Was kaum einer weiß: Das Gebäude birgt ein dunkles Geheimnis. Als Wohnhaus war es nie gedacht, schon gar nicht als Ort von Hilfe und Betreuung. Im Gegenteil, es ist ein Haus der Strafe und Unterdrückung, handelt es sich doch um eines der ältesten erhaltenen Gefängnisgebäude der Stadt. Wer’s nicht glaubt, muss nur in den Keller gehen, wo noch die alten Zellen erhalten sind – die jetzt als Abstellkammern dienen.
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