Gastarbeiter

Eine Gruppe der ersten 86 italienischen „Gastarbeiter“ winkt während eines Aufenthalts auf dem Hauptbahnhof in Hannover aus dem Zug. Foto: picture-alliance / dpa | Heckmann

paidDie ersten „Gastarbeiter“ kamen vor 70 Jahren: Sie haben Deutschland mit aufgebaut

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Der 20. Dezember 1955 – ein Tag, der in der deutschen Geschichte und auch in der Geschichte Hamburgs weit mehr Beachtung verdient hätte. Vor genau 70 Jahren schloss die Bundesrepublik mit Italien das erste sogenannte Anwerbeabkommen. Es war der Auftakt einer Entwicklung, die Deutschland tiefgreifend verändern sollte, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell. In den folgenden Jahren wurden weitere Verträge mit Griechenland, der Türkei, Spanien, Portugal und Jugoslawien geschlossen. Doch eine Gedenkstunde im Bundestag? Zeitzeugen, die im Plenarsaal eine Rede halten? Flaggen an öffentlichen Gebäuden? Nichts davon ist für den Jahrestag vorgesehen. Eine Chance, an die Leistungen von Millionen „Gastarbeitern“ und ihren Nachfahren zu erinnern, bleibt ungenutzt. Bis 1973 wurden rund 14 Millionen Arbeitskräfte angeworben, etwa zwölf Millionen von ihnen kehrten später zurück. Fest steht: Ohne diese Menschen wäre das Wirtschaftswunder der 1950er und 1960er Jahre in sich zusammengefallen. Die Bundesrepublik wäre nie zu jener Wirtschaftsmacht aufgestiegen, als die sie sich heute versteht.


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