Der Pastor, der Professor, der Grüne: So retteten sie Jan Philipp Reemtsma das Leben
„Ich habe geheult“, sagt Christian Arndt. „Einfach nur geheult.“ Auch 30 Jahre später steigen dem Pastor Tränen in die Augen, wenn er von jenen Tagen im April 1996 erzählt, als Jan Philipp Reemtsma entführt war und er plötzlich eine Schlüsselrolle in dem dramatischen Kriminalfall spielte. Für Arndt sind die Tage vom 15. bis 26. April die aufreibendsten seines Lebens. „Ich habe viel geraucht, wenig geschlafen, musste gute Miene zum bösen Spiel machen, denn niemand in der Gemeinde durfte etwas merken. Gleichzeitig habe ich die ganze Zeit darauf gelauert, dass mein Handy klingelt und sich die Entführer wieder melden.“
Die Angst, dass Reemtsma am Ende vielleicht doch ermordet werden könnte und er selbst daran eine Mitschuld trüge, lastete schwer auf ihm. Jetzt, mit 82 Jahren, sitzt vor uns der Mann, der damals entscheidend dazu beiträgt, dass die Entführung des Hamburger Millionenerben ein vergleichsweise glimpfliches Ende nimmt – und mit der Erinnerung kehren all die dunklen Gefühle zurück.

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