Als sich die Hamburger vor dem Regen fürchteten: Tschernobyl-Kastrophe vor 40 Jahren
Als es auf dem Schulhof anfängt zu regnen, drängen sich die Kinder unter ein Vordach. Keiner will ins Freie. Nicht in Hamburg, nicht in diesem Mai 1986. Regen ist nicht mehr bloß Regen, sondern eine Gefahr. In vielen Apotheken sind Jodtabletten ausverkauft. Auf den Wochenmärkten bleibt der Salat liegen. Frische Milch will plötzlich kaum noch jemand. Wer das damals erlebt hat, erinnert sich nicht zuerst an das explodierte Atomkraftwerk 1500 Kilometer entfernt in der Sowjetunion. Im Gedächtnis geblieben sind die ganz alltäglichen Dinge: Friesennerze, die ein Geigerzähler zum Ticken bringt. Kinder, die nach dem Spielen abgeduscht werden. Kondensmilch statt Milch vom Bauernhof. Und die bohrende Frage, die in diesen Tagen überall gestellt wird: Wie gefährlich ist das für uns? In der MOPO erinnern sich Zeitzeugen an die Katastrophe.
- Deutsch (Deutschland)
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