Hier sind (fast) alle happy: Wichtige Verkehrsader ist fertig umgebaut

Neuer Asphalt und ein roter Radfahrstreifen: So sieht die Königstraße inzwischen aus.
Neuer Asphalt und ein roter Radfahrstreifen: So sieht die Königstraße inzwischen aus.

Für fast eineinhalb Jahre hatte sich die Königstraße (Altona-Altstadt) in eine große Baustelle verwandelt. Der Senat tüftelte entlang der Verkehrsader an der „Straße der Zukunft“, Auto- und Radfahrer mussten sich an Absperrungen und Umleitungen entlangschlängeln. Damit ist es jetzt vorbei, die Straße ist offiziell fertiggestellt. Gegenwind gab es bei dem rot-grünen Projekt kaum – das allein ist schon bemerkenswert.

Baken, Radlader, Reflektoren: Zwischen der Max-Brauer-Allee und der Reeperbahn hatte es seit Herbst 2023 kräftig rumort. Ziel der Bauarbeiten war es, Straße und Bürgersteige zu sanieren und dabei die verschiedenen Verkehrsteilnehmer stärker voneinander zu trennen. Auch Grünflächen und Bäume sollten hinzukommen. Kostenpunkt der Großbaustelle: etwa 12,2 Millionen Euro.

Umbau in Hamburg: „Straße der Zukunft“ fertiggestellt

Der Straßenbelag der Königstraße glich lange einem Flickenteppich, zahllose Schlaglöcher waren aufgefüllt. Autofahrer überholten Radler auf der abschüssigen Straße oft in hohem Tempo. Radfahrstreifen gab es auf der Straße zwar schon vorher, doch baulich abgetrennt waren sie nicht. Das ist jetzt anders.

Der westliche Teil der Königstraße. Gut erkennbar die Abtrennung zwischen Radweg und Straße.
Der westliche Teil der Königstraße. Gut erkennbar die Abtrennung zwischen Radweg und Straße.

Den ersten Abschnitt zwischen der Max-Brauer-Allee und der Kreuzung Mörkenstraße stellte der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) schon im August 2024 fertig. Wie die MOPO exklusiv erfuhr, sind nun auch die restlichen Bauarbeiten abgeschlossen. Damit liegt das Projekt knapp hinter dem ursprünglichen Zeitplan, die Arbeiten im November abzuschließen.

Mehr Sicherheit durch klare Trennung

Radfahrer fahren jetzt auf einem eigenen, vom Rest der Straße abgetrennten Radweg. Neben Radlern kommt das dem Autoverkehr zugute. Autofahrer müssen nicht mehr so viel nach Radfahrern Ausschau halten – riskante Überholvorgänge nehmen ab. Der geschützte Radweg ist 2,4 Kilometer lang und verläuft abschnittsweise auf der Straße und dem Bürgersteig.

Die Königstraße im Januar 2022. Der Asphalt glich einem Flickenteppich.
Die Königstraße im Januar 2022. Der Asphalt glich einem Flickenteppich.

„Die Königstraße ist ein gutes Beispiel dafür, wie die ganzheitliche Sanierung des öffentlichen Raums von Häuserkante zu Häuserkante mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit, der Aufenthaltsqualität, der Barrierefreiheit sowie dem Klimaschutz Hand in Hand geht“, sagt Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). „Ziel ist es, auch bei anderen Straßenverkehrsprojekten in diese Richtung weiterzugehen.“

CDU: Grundsätzlich in Ordnung

Ein weiterer Baustein des Umbaus ist die „blau-grüne Infrastruktur“, also Flächen für Regenwasser und Pflanzen. Dazu legte der LSBG Grünstreifen mit Bäumen zwischen dem Rad- und Fußweg an. Damit Regenwasser besser versickern kann, wurden 1135 Quadratmeter an Fläche entsiegelt. Für die Bauarbeiten mussten 18 Bäume weichen, 47 wurden nachgepflanzt. Insgesamt säumen jetzt 124 Bäume die Königstraße. Das Konzept hat die Behörde gemeinsam mit einer Forschungsgruppe der HafenCity Universität (HCU) entwickelt.

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Während andere Straßenbauprojekte in Altona, wie beispielsweise der Umbau der Reventlowstraße (Othmarschen), von Gegnern scharf kritisiert wurden, hörte man zur Königstraße wenig Unmut. Selbst die CDU, eigentlich erklärter Gegner der rot-grünen Verkehrswende, schlägt versöhnliche Töne an. „Grundsätzlich finden wir den Umbau in Ordnung“, sagt Sven Hielscher, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung Altona. Anstoß nimmt der Fraktionschef dafür an der Baustellen-Fülle im Umkreis. Dies habe vor allem die Autofahrer belastet. „Da hat die Koordinierung nicht funktioniert“, so Hielscher.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass der Umbau der Reventlowstraße ein Projekt der Verkehrsbehörde sei. Tatsächlich wurden die Bauarbeiten vom Bezirksamt Altona durchgeführt. Wir haben den Fehler korrigiert.