Hier gibt’s beste Aussichten, Weinreben – und einen besonderen Kiosk
Den Hafen zu Füßen, Weitblick über die Elbe – und trotzdem ist nicht viel los hier oben. Dabei gibt es rund um das Bismarck-Denkmal nicht nur viel zu sehen – günstig essen kann man in der Nähe auch. Kommen Sie mit, es lohnt sich!
Frühstück im Lieblingscafé
Der Straßenname ist schon mal vielversprechend. Aber was hat Hamburg mit der antiken Liebesgöttin zu tun? Möglicherweise wurde der Venusberg schon im 17. Jahrhundert nach dem nahen Amüsierviertel am Hafen benannt. Viel Liebe steckt auch im Café „Johanna“ (montags geschlossen, sonst von 9 bis 15, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet), das schon seit Jahren ein beliebter Treffpunkt im Viertel ist. Entwickelt hat sich das Café aus einem Kiosk, der 47 Jahre lang von Johanna Knuth betrieben wurde. Die Einkehr dringend empfohlen – wegen des Frühstücks, des Kaffees und wegen der sehr netten Atmosphäre. Und danach geht es weiter bergauf.
Gut und günstig essen
An der Seewartenstraße ist auf dem Gelände des ehemaligen Hafenkrankenhauses das Sozial- und Gesundheitszentrum St. Pauli mit mehr als 25 Projekten entstanden. Auch das „Haus 5“ gehört dazu, ein inklusives Restaurant, betrieben von der Stiftung Alsterdorf. Ein besonderer Tipp für guten und günstigen Mittagstisch. Wochentags zwischen 12 und 15 Uhr kann man hier schon ab 5,90 Euro essen und bei schönem Wetter öffnet die Außenterrasse.
Das könnte Sie auch interessieren: Eine kleine Insel der Ruhe ganz in der Nähe der Speicherstadt
Aufwärmen im Hamam Hafen Hamburg
Hinter einer Holztür auf demselben Gelände an der Seewartenstraße 10 versteckt sich ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht – das „Hamam Hafen Hamburg“, geführt von Yeliz Spies. Der ideale Ort, um sich nicht nur an kalten Tagen bei 50 Grad bei einer Seifenschaummassage, einem Handschuhpeeling und danach bei einem türkischen Tee aufzuwärmen. Das Hamam-Ritual dauert zwei Stunden, vorab muss ein Termin gebucht werden. Tücher (Pestemal), Seife, Hamam-Handschuhe und weiteres Zubehör gibt es direkt vor Ort zu kaufen. Geöffnet ist täglich außer montags, dienstags und mittwochs ist Frauentag.
Weitblick und Weinberg
Am Stintfang, einer 26 Meter hohen Anhöhe oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken, wachsen seit 1995 Weinreben, die als Geschenk aus Stuttgart nach Hamburg kamen. Die steile Südlage, kombiniert mit gut drainiertem Boden, macht den Ort ideal für die Regent-Rebe – eine Sorte, die gegen norddeutsches Klima resistent ist. Nur rund 30 bis 50 Flaschen Cuvée entstehen pro Jahrgang und werden als Geschenke oder für soziale Projekte weitergegeben und nicht verkauft. 2022 wurde Hamburgs einziger Weinberg mit neuen Reben bepflanzt. Hier oben, hinter der Jugendherberge, ist es zum einen schön ruhig – zum anderen gibt es einen einzigartigen Blick auf Landungsbrücken und Hafen.
Neues zu Bismarck im Alten Elbpark
Alles neu – das gilt auch für den Alten Elbpark. Neue Wege, neue Beleuchtung, neue Sportflächen und ein barrierefreier Übergang zum Stintfang – die etwas vernachlässigte Grünanlage wird schon länger aufgehübscht. Die Arbeiten sollten eigentlich schon im vergangen Jahr fertig sein. Jetzt können die Umbau- und Neugestaltungsmaßnahmen hoffentlich im Frühjahr abgeschlossen werden. Mitten im Alten Elbpark steht das gigantische Bismarck-Denkmal, das an den ersten deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) erinnert und mit einer Gesamthöhe von 34,3 Metern das größte Bismarck-Denkmal Deutschlands ist. Die Sanierung des Wahrzeichens wurde bereits 2023 fertiggestellt und führte vorab zu einer öffentlichen Debatte, weil Kritiker Otto von Bismarck als Wegbereiter des Kolonialismus sehen. Neue Tafeln sollen jetzt weiterführende Informationen über den Reichskanzler und seine Zeit liefern.