Hier entsteht gerade neue Wand-Kunst: Street-Art-Helden lassen Harburg tanzen

Ein spanischer Künstler verewigt Hafenarbeiter im Binnenhafen.
Ein spanischer Künstler verewigt aktuell Hafenarbeiter im Binnenhafen mit einem Mural.

Wer sich bisher selten auf die südliche Elbseite verirrt hat, der bekommt aktuell einen hervorragenden Anlass: Derzeit malen internationale und Hamburger Künstler gigantische Bilder auf Hauswände und Mauern in Harburg. Einige Motive sind bereits fertig, bei anderen kann jeder noch live erleben, wie mit Dose, Pinsel und Rolle große Kunst entsteht und Harburg sich immer mehr einen Namen in Urban Art macht.

Keine festen Öffnungszeiten, keine Eintrittskosten und keine Galerie-Hemmschwelle: Die Harburger Innenstadt entwickelt sich zwischen Fußgängerzone und Binnenhafen zu einer spannenden Freiluftgalerie. Das knalligbunte sogenannte Mural (von lateinisch muralis: an der Wand) des Künstlers 1010 aus Hamburg in der Neuen Straße 61 am Altstadthotel ist bereits seit wenigen Tagen fertig und weithin zu sehen. Es ersetzt das Mädchen mit den weißen Tauben, das dort wegen einer nötigen Fassadensanierung verschwinden musste.

Walls can dance in Harburg: dieses Mural von 1010 ist in der Neuen Straße zu bestaunen.
„Walls can dance“ in Harburg: Dieses Mural des Künstlers 1010 ist in der Neuen Straße 61 am Altstadthotel zu bestaunen.

Noch im Entstehen ist etwa ein 300 Quadratmeter großes Kunstwerk des Spaniers Matías Mata, das die traditionsreiche Geschichte des Hafens als Street-Art-Kunstwerk am Treidelweg im Binnenhafen neu in Szene setzt. Ebenso das Mural von Ben Johnston zentral in der Harburger City in der Bunatwiete 20 und weitere.

Bernd Muss
Künstler Bernd Muss aus Hamburg hat sein neues Mural (Am Wall 13) neben einem früheren von ihm gesprüht (s. links im Bild).

Walls can Dance in Harburg: Schon 25 Murals

Nicht nur die Motive sind groß, auch die Denke ist es. Das Projekt „Walls can Dance“ entwickelt nach eigener Aussage Norddeutschlands größte Freiraumgalerie für zeitgenössische Urban Art. Rund 15 großflächige Fassaden-Kunstwerke wurden im Raum Harburg bereits in den vergangenen Jahren realisiert, in diesen Wochen kommen sechs neue Projekte hinzu. „Insgesamt haben wir dann mittlerweile 25 Murals realisiert“, so Lukas Grellmann vom Urban Art Institute, das das Projekt entwickelt hat und umsetzt.

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Das Team wählt auch die Künstler aus und fragt sie an. Dann wird in Rücksprache mit den Menschen, die die Wände zur Verfügung stellen, passend zum Standort und Stil das Motiv besprochen. „Neue Wände sind übrigens willkommen“, so Grellmann. Man sei immer auf der Suche. Und das in Zukunft auch vermehrt im Norden Hamburgs. Quasi der Sprung über die Elbe in umgekehrter Richtung. „Die Galerie wächst von Süden nach Norden.“

Wer nicht allein losziehen möchte: Am kommenden Samstag und Sonntag und am Wochenende darauf gibt es geführte Radtouren und Wanderungen zu den Kunstwerken. Am Samstagabend zudem Grillen und Open-Air-Kino am Treidelweg im Binnenhafen. Weitere Informationen gibt es unter wallscandance.de.