Mieter frieren: Darum fallen in Hamburg so viele Heizungen aus – Betreiber reagiert
In Harburg und den umliegenden Stadtteilen sitzen Hunderte Haushalte ohne funktionierende Heizung da. Was am Dienstag zunächst nach etwa 400 Ausfällen klang, scheint inzwischen deutlich größer zu sein. Betroffen sind neben Harburg-Zentrum auch Eißendorf und Heimfeld.
„Fast 150 Bewohnern in unserem Hochhaus fehlen seit Tagen Heizung und Warmwasser. Das trifft vor allem auch ältere Menschen. Und wir bekommen keine Informationen“, meldete sich Jens K. aus der Lühmannstraße in Eißendorf bei der MOPO.
Staubablagerungen in Gasrohren als Ursache
Ein Sprecher des Netzbetreibers Hamburger Energienetze bestätigte der MOPO die Störungen – genaue Zahlen könne man aber nicht nennen. Nach einer ersten Einschätzung seien jedoch mehrere Hundert Haushalte betroffen. Schuld am Ausfall seien die Energienetze selbst jedoch nicht.
Grund für die Probleme seien sehr feine Staubablagerungen in einzelnen Gasleitungen. Gerade jetzt, wo viele Menschen gleichzeitig bei Kälte ihre Heizungen hochfahren, können diese Partikel den Gasfluss behindern – besonders, wenn keine geeigneten Filter in den Anlagen verbaut wurden. Die Folge: Heizgeräte schalten ab, Warmwasser fällt aus oder ganze Anlagen gehen außer Betrieb.
Austretendes Gas? Betreiber gibt Entwarnung
Eine Gefahr durch austretendes Gas bestehe nicht, betonen die Hamburger Energienetze. Das Gasnetz selbst sei stabil, die Probleme träten ausschließlich im Gebiet Harburg auf. Um künftige Ausfälle zu vermeiden, empfehlen Experten den Einbau eines speziellen Filters in der Heizungsanlage. Die Kosten dafür liegen bei wenigen hundert Euro – und können laut Energienetze helfen, solche Störungen zu verhindern.
Die Lage soll sich laut Betreiber „innerhalb der nächsten Tage“ entspannen. „Wir haben unsere Teams in den betroffenen Gebieten verstärkt, um Störungen an Gasanschlüssen zu beheben. Außerdem unterstützen wir die Installateurbetriebe, damit die Heizungen schnell wieder laufen“, so der Sprecher.
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Für Betroffene besteht unter Umständen die Möglichkeit auf Entschädigung. Hausbesitzer sollten deshalb alle Schäden durch ihren Installationsbetrieb dokumentieren lassen und diese anschließend zur Prüfung bei den Hamburger Energienetzen einreichen.
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