Frederike im Krankenhaus

Sechs Chemotherapie-Blöcke hat die Vierjährige hinter sich. Auf dem linken Auge ist Rike erblindet. Foto: GoFundMe

„Heftige Jahre“: Die kleine Rike hat Augenkrebs – ihre Patentante sammelt Spenden

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„Stell dir vor, dein Kind bekommt mit einem Jahr Krebs …“: Für ein Hamburger Elternpaar ist dies bittere Realität. Mehr als drei Jahre lang kämpfte ihre vierjährige Tochter Rike gegen bösartige Tumore auf beiden Augen. Ihre Eltern wichen dabei nie von ihrer Seite. Doch die Krankheit zehrte nicht nur körperlich an dem Mädchen, sondern auch seelisch an den Eltern. Eine Spendenaktion, initiiert von der Patentante der kleinen Rike, soll der Familie nun unter die Arme greifen – mit „unfassbarer“ Resonanz!

Mehr als drei Jahre lang bestand das Leben der Familie Riebling aus Hamburg aus Krankenhausaufenthalten, Operationen und Chemotherapien. Mit gerade einmal einem Jahr wurde Tochter Rike im April 2022 mit beidseitigem Retinoblastom diagnostiziert – bösartigen Tumoren in der Netzhaut des Auges, die meist bei Kleinkindern auftreten.

Erblindung auf dem linken Auge

„Die Familie hat wirklich heftige Jahre hinter sich“, sagt Sarah Pesch aus Sasel. Sie ist eine Freundin der Eltern Andrea und Alexander, Tochter Rike ist ihr Patenkind. Trotz schneller Behandlung im Universitätsklinikum Essen ist das Mädchen auf dem linken Auge mittlerweile vollständig erblindet.



Es folgten sechs Chemotherapie-Blöcke, für welche die Familie jedes Mal für mindestens eine Woche nach Essen reiste. Auch in den zwei Wochen „Pause“ zwischen den Blöcken musste Rike regelmäßig zur Kontrolle ins Kinder-UKE in Hamburg. Um Infektionen zu verhindern, sei die Familie monatelang in Isolation gewesen. Zudem herrschten strenge Corona-Maßnahmen: Immer nur ein Elternteil habe im Krankenhaus dabei sein können.

Psychische und finanzielle Belastung

Nach Abschluss der Chemotherapie habe Rike alle drei Wochen zur Kontrolluntersuchung nach Essen gemusst, später wurden es alle acht Wochen. Mittlerweile sei die Vierjährige zwar wieder gesund. Aber: „Die Zeit hat beide Eltern mit ihrer psychischen Gesundheit über alle Grenzen gebracht“, so Pesch – auch finanziell.

Mehr als drei Jahre lang kämpfte Rike (4) gegen bösartige Tumore auf beiden Augen. Auch für ihre Eltern Alexander und Andrea war das eine schwere Zeit. Privat.
Andrea und Alexander Riebling mit Tochter Frederike
Mehr als drei Jahre lang kämpfte Rike (4) gegen bösartige Tumore auf beiden Augen. Auch für ihre Eltern Alexander und Andrea war das eine schwere Zeit.

Während der Chemotherapie ihrer Tochter waren Andrea und Alexander nach ihrer Elternzeit in ihre Jobs zurückgekehrt. Doch seit März 2023 sei Alexander wegen eines Burnouts krankgeschrieben, auch Andrea falle seit April 2025 krankheitsbedingt aus. Dazu kommt der bereits vor der Diagnose geplante Bau des eigenen Hauses: „Mehrere abgelehnte Bauanträge, hohe Kostensteigerungen und Verzögerungen führten zu zusätzlichem Stress und finanzieller Belastung“, steht es im Spendenaufruf. Alle Rücklagen seien inzwischen am Limit.

Bereits mehr als 10.000 Euro gespendet

Am 19. Dezember hatte Pesch daher für die Familie eine Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe gestartet. Zehn Tage später sind bereits fast 11.000 Euro zusammengekommen. Für Pesch ist das „unfassbar“: „Mit dem ersten Schwung hatte ich gerechnet, aber nicht, was das für Kreise zieht“, sagt sie dankbar. Ein anonymer Spender etwa überwies unglaubliche 3000 Euro.

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Das gesammelte Geld soll einige Handwerksarbeiten finanzieren – und Rike und ihren Eltern einen Urlaub zur Erholung und zum Kräfteschöpfen ermöglichen. „Ich wünsche mir von Herzen, dass Andrea, Alexander und Rike nach dieser schweren Zeit wieder durchatmen können und ein Stück Normalität zurückgewinnen“, so Pesch.

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