Hat der Wolf wirklich gebissen? Experten und Tierschützer haben Zweifel
Nach dem Vorfall mit einem Wolf in einer Hamburger Einkaufspassage ist eine lebhafte Debatte entbrannt: Hat der Wolf die Frau tatsächlich gebissen, oder wurde sie lediglich umgestoßen und verletzt? Experten und Augenzeugen äußern inzwischen Zweifel an der ursprünglichen Darstellung.
Seit dem Vorfall diskutieren vor allem Social Media und Wildtierexperten, was tatsächlich geschehen ist. Medienberichte sprachen zunächst von einem Biss, doch eine Zeugin berichtete dem „Abendblatt“, der Wolf habe die Frau nur umgestoßen und sie dabei mit der Pfote im Gesicht verletzt.
Wolf in Hamburg: Tierpflegerin äußert Zweifel an einem Biss
Auch Tierpflegerin Tanja Askani vom Wildpark Lüneburger Heide äußerte im „Abendblatt“ Zweifel. Ihrer Erfahrung nach hätte ein gezielter Biss ins Gesicht deutlich schwerere Verletzungen hinterlassen. Sie vermutet vielmehr, dass der Wolf die Frau mit einem Tatzenhieb abgewehrt haben könnte. Wolfspranken seien scharfkantig und kräftig, sodass sie durchaus erhebliche Verletzungen verursachen könnten. Askani weiß das aus eigener Erfahrung – sie selbst trägt Narben von Wolfspranken im Gesicht.
Sollte der Wolf die Frau nicht gezielt gebissen, sondern lediglich umgestoßen oder mit der Pfote verletzt haben, würde dies den Vorfall in einem anderen Licht erscheinen lassen. Experten wie der Wildtieraktivist Christian Berge betonen, dass ein gestresstes oder bedrängtes Tier in Panik reagieren kann, ohne dass dies als aggressives Verhalten zu werten ist.

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Die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (Bukea) geht auf Basis des Polizeiberichts und der Zeugenaussagen weiterhin von einem Biss aus. „Die Frau hat eine Verletzung im Gesicht, die auf einen Biss hindeutet“, erklärte ein Bukea-Sprecher der MOPO.
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Der junge Wolf befindet sich derzeit in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. „Die Unterbringung in der Auffangstation ist vorläufig. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung für die Zukunft des Tieres“, erklärte der Sprecher. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, blieb unklar. (rei)
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