Ein Hörsaal der Universität Hamburg

Ein Hörsaal der Universität Hamburg Foto: dpa / Daniel Bockwoldt

Harter Sparkurs an der Uni: Bleiben die Hörsäle demnächst leer?

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Die Universität Hamburg steht vor massiven Sparmaßnahmen. Die Grundfinanzierung der größten Hochschule der Stadt reicht nicht mehr aus. Konsequenzen sind bereits spürbar: Fakultäten müssen Kürzungen hinnehmen, Studienplätze werden reduziert, Experimente können nicht durchgeführt werden, Bibliotheken schließen früher, Buchlizenzen fehlen, und internationale Austauschprogramme sind gefährdet. Drohen bald leere Hörsäle?

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) warnt bereits davor, ein Studium an der Universität Hamburg zu beginnen. Grund seien die bevorstehenden Einschnitte für Lehrende und Studierende, so eine Mitteilung aus dem November. „Die Lage ist jetzt schon ernst, doch das Unipräsidium macht klar: Das ist erst der Anfang. In den kommenden Jahren drohen ganzen Studiengängen und Instituten das Aus“, heißt es darin. Schon jetzt fallen Tutorien und einzelne Studienschwerpunkte weg, was viele Studierende pessimistisch stimmt.

Brandbrief – und lasche Antworten

In einem Brief an Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) warnte Universitätspräsident Hauke Heekeren bereits Anfang Dezember vor Kürzungen und möglichen Qualitätseinbußen in gefragten Studiengängen wie Psychologie und Lehramt. Er forderte die Behörde auf, das Budget der Universität zu erhöhen.
Das Resultat war ernüchternd: Der Senat wies die Verantwortung größtenteils zurück. CDU-Politikerin Anna von Treuenfels-Frowein sprach von „politischem Wegducken“ und betonte, dass die strukturellen Probleme der Universität bekannt, aber politisch bisher nicht gelöst seien.

Das sagt die Wissenschaftsbehörde

Auf Nachfrage der MOPO erklärte die Pressestelle der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, dass die Universität ihr wachsendes Budget eigenverantwortlich verwalte. „Maßnahmen einer umsichtigen Haushaltsführung liegen im Ermessen der Universität Hamburg“, so der Pressesprecher.

Elite-Uni mit leeren Hörsälen?

Trotz ihres Elitestatus steht die Universität Hamburg vor tiefgreifenden Veränderungen, die besonders die Studierenden betreffen werden. Präsident Heekeren erklärte dem NDR: „Die Universität Hamburg kann dauerhaft nicht mehr mit den derzeit vereinbarten Mitteln leisten. Die Behörde müsse das Budget für die Universität permanent erhöhen.

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Laut Universität selbst liegt die Ursache vor allem in externen Faktoren: „Die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukrainekrieges, die daraus resultierende Energiekrise und anhaltende Inflation sowie die massiv gestiegenen Investitionen in Cybersicherheit, IT-Infrastruktur und Digitalisierung haben in vielen Bereichen zu höheren Kosten geführt. Die Grundfinanzierung kann mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten, und nicht alle zusätzlichen Ausgaben sind vollständig gedeckt“, erklärt Alexander Lemonakis, Pressesprecher des Präsidenten, gegenüber dem „Abendblatt“. (tb)

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