Happy End nach schwerer Diagnose: Wie uns der Blutkrebs stärker gemacht hat

Ein gemeinsames Selfie von Hans und Paula Rüpcke
Heute ist Paula Rüpcke gesund. Die Behandlung hat zwar Spuren an ihren Gelenken hinterlassen, aber das sehen sie und ihr Bruder als „Luxussorgen.“

Mit 16 Jahren Blutkrebs. Eine Diagnose, die Familie Rüpcke den Boden unter den Füßen wegreißt. Für sie beginnt ein Auf und Ab zwischen Hoffnung und Leid, ein Kampf zwischen Leben und Tod. Doch Paula Rüpcke bekommt eine zweite Chance. Ein Geschenk, das ihr Bruder Hans nun zurückgeben konnte.

Hans Rüpcke sitzt in einem weich gepolsterten Stuhl eines Dresdner Krankenhauses. Verkabelt, von Schläuchen umgeben. Durch sie fließt sein Blut – aus dem linken Arm raus, durch eine Maschine und in den rechten Arm wieder rein. So werden die Stammzellen aus dem Blut des 27-Jährigen gefiltert. Sie werden gespendet an einen Erkrankten – irgendwo auf der Welt sind sie eine zweite Lebenschance. Wie damals bei seiner kleinen Schwester.

Paula war gerade erst 16 Jahre alt, auf dem Weg zum Abitur, als sie die Diagnose bekam: Leukämie. Hans erinnert sich: „Plötzlich war nichts mehr, wie es war. Die Diagnose hat der ganzen Familie den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Doch Hans versucht stark zu bleiben, gibt die Hoffnung nicht auf. Er weiß: Seine kleine Schwester braucht eine Stammzellenspende, um zu überleben.

Das Einzige, das bleibt: Hoffnung auf eine Stammzellenspende

Mit vereinten Kräften stellt Hans eine große Registrierungsaktion auf die Beine – unterstützt von Freunden und der Freiwilligen Feuerwehr Schenefeld. An diesem Tag im Mai registrieren sich 3048 Personen als potenzielle Stammzellenspender bei der DKMS. 20 von ihnen werden Erkrankten mit ihrer Spende die Hoffnung auf ein gesundes Leben schenken können. Und auch Paula findet einen passenden Spender. Mit der Zeit geht es ihr besser, sie wird wieder gesund.

Hans Rüpcke bei der Stammzellenspende im Krankenhaus.
Drei Jahre bevor seine Schwester an Leukämie erkrankte, registrierte sich Hans Rüpcke bei der DKMS als potentieller Stammzellenspender.

Für den Baumaschinenmechatroniker Hans Rüpcke ist dieses Kapitel damit abgeschlossen. Bis ihn drei Jahre später im Winter ein Anruf der DKMS überrumpelte. Ob er noch als Spender bereitstünde? Sofort schossen die Erinnerungen wieder in den Kopf – „wie sehr Paula gelitten hatte“.

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Keine Sekunde musste er überlegen. Sieben Jahre nach seiner DKMS-Registrierung konnte Hans jetzt endlich „der Mensch sein, den meine Schwester und unsere gesamte Familie einige Jahre zuvor so dringend gesucht hatte.“ Er dachte nur: „Super, jetzt gebe ich noch mal was zurück!“ Leider hat es der Empfänger trotz seiner Stammzellenspende nicht geschafft. Das macht Hans traurig – aber er weiß, dass er der Familie dennoch etwas schenken konnte: Hoffnung und wertvolle Zeit.